Endoskopische Hypophysen- und Schädelbasischirurgie

"Endoskopische Eingriffe an der Schädelbasis sind ein gutes Beispiel für die konsequente Weiterentwicklung minimal-invasiver Verfahren.

Unsere Patienten profitieren besonders davon, denn wir sind internationaler Ausbilder und Entwicklungspartner für diese Operationstechnik."


(Prof. Dr. Bettag, Chefarzt der Neurochirurgischen Abteilung)


Die Endoskopie ist ein etabliertes Verfahren in der Medizin, das z.B. bei Bauchoperationen oder Vorsorgeuntersuchungen des Darms verwendet wird. Dabei kann mittels eines Lichtleiter-/Kamerasystems und entsprechenden Instrumenten in Hohlräumen des Körpers untersucht und operiert werden.

Endoskopie in der Neurochirurgie

Die Endoskopie ist kein neues Verfahren in der Neurochirurgie, so wird es z.B. bei Hirnwasserabflussstörungen (Hydrozephalus) oder Wirbelsäuleneingriffen schon länger verwendet.

Zwei endoskopische OP-Verfahren existieren:

  • Endoskopisch-assistierte Eingriffe: klassisch mikrochirurgische Eingriffe weden endoskopisch unterstützt, um z.B. "um die Ecke" zu schauen und Ergebnisse zu kontrollieren.
     
  • Rein endoskopische Eingriffe, z.B. bei Hypophysenadenomen, sind in den letzten 10 Jahren erst durch die Weiterentwicklung der Instrumente und OP-Technik möglich geworden. In vielen Fällen ist hierbei eine computergestützte Navigationstechnik hilfreich. 

Welche Vorteile bietet Endoskopie bei Schädelbasiseingriffen?

Viele Prozesse können durch die Nase und die angrenzenden Nasennebenhöhlen sicher erreicht werden, ohne dass dabei eine äußerlich erkennbare Schädeleröffnung notwendig ist.

Allgemeine Vorteile der endoskopischen Technik:

  • bessere Ausleuchtung des OP-Feldes
  • bessere Beweglichkeit der Instrumente
  • geringere chirurgische Traumatisierung
  • keine Notwendigkeit der Durchleuchtung mittels Röntgenstrahlung
  • komfortable Lagerung des Patienten

Welche Erkrankungen werden hiermit behandelt?

Der häufigste Grund für einen endoskopischen Eingriff an der Schädelbasis sind Hypophysenadenome. Dies sind meist gutartige Geschwülste der Hirnanhangsdrüse, die z.B. zu hormonellen Störungen (Über-/Unterfunktion) oder Sehstörungen druch Druck auf den Sehnerv führen können.

Andere behandelbare Erkrankungen:

  • Kraniopharyngiome
  • Chordome
  • Chondrosarkome
  • ausgewählte Meningiome
  • Rathke'sche Tasche und Zysten
  • Ästhesioneuroblastome
  • Nervenwasser-Leckagen (Liquorfistel)
  • andere Prozesse (z.B. Absiedelungen, Astrozytome) im Bereich der Schädelbasis und der sogenannten Sella-Region.