Nervenkompressionssyndrome entstehen bei Schädigung eines Nerven meist im Bereich von prädestinierten Engpassstellen von Arm oder Bein. Häufig sind das Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk, das Sulcus-ulnaris-Syndom am Ellenbogen sowie die Peroneuslähmung am Wadenbein. Diese Erkrankungen gehen mit Taubheitsgefühl, Schmerzen und Lähmungen im Versorgungsgebiet des geschädigten Nerven einher.
Polyneuropathien sind Schädigungen mehrerer peripherer Nerven, die erblich oder erworben sein können. Als Ursache kommen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, toxische Schädigungen (z. B. Alkohol, Nebenwirkungen von Medikamenten), Vitaminmangel, entzündliche Erkrankungen und Tumorerkrankungen vor. Die Symptome bestehen häufig in einem Taubheitsgefühl und Schwäche der Hände und Füße, einem unsicheren Gangbild und manchmal auch brennenden Schmerzen.
Die Abklärung dieser Erkrankungen erfolgt in unserer neuromuskulären Ambulanz oder
Privatsprechstunde mit Hilfe der Elektroneurographie. Bei diesem diagnostischen Verfahren werden Antwortpotenziale ausgewertet, die durch elektrische Reize eines peripheren Nerven ausgelöst werden. Teilweise ist eine
stationäre Abklärung notwendig, um die genaue Ursache von Nerven aber auch von Muskelerkrankungen erkennen zu können.
Darüber hinaus ist selten das motorische Nervensystem allein betroffen, manchmal in Form von Lähmungen und begleitenden Muskelzuckungen. Diese so genannten Motoneuronerkrankungen werden ebenfalls in der neuromuskulären Ambulanz bzw. Privatsprechstunde abgeklärt und erfordern manchmal eine stationäre Aufnahme. Wir arbeiten hier an der Erhebung der Häufigkeit dieser Erkrankungen im ALS-Register Rheinland-Pfalz mit.