Früherkennung

Wie bei anderen Krebserkrankungen, ist auch beim Darmkrebs die Früherkennung für die Prognose von entscheidender Bedeutung.
Deshalb bieten die gesetzlichen Krankenkassen folgende Vorsorgeuntersuchungen an:

Ab einem Alter von 50 Jahren
Ab jetzt besteht jährlicher Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen bezüglich Darmkrebs. Dies umfasst:
  • Gezielte Beratung zur Früherkennung von Darmkrebs
  • Tastuntersuchung des Enddarms
  • Test auf verborgenes Blut im Stuhl (z. B. Haemoccult-Test©)
Ab einem Alter von 55 Jahren
Früherkennung von Darmkrebserkrankungen
  • Beratung zur Früherkennung von Darmkrebs
  • Wahlweise Test auf verborgenes Blut im Stuhl (alle zwei Jahre) oder zwei Darmspiegelungen (im Abstand von zehn Jahren)
Bei  Auftreten von Beschwerden, chronischen Darmerkrankungen, familiärer Häufung von Polypen oder Darmtumoren besteht auch vor dem oben genannten Alter ein Anspruch zur Durchführung einer Darmspiegelung mit Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.


Wie geht Ihr Arzt vor?

Um einen Darmkrebs zu diagnostizieren, stehen dem Arzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
 
  • die Tastuntersuchung
Bei der Tastuntersuchung fühlt er vorsichtig den Enddarm ab. Beim Austasten des auf diesem Weg erreichbaren Darmabschnitts kann der Arzt knotige Veränderungen auf der normalerweise glatten Schleimhaut erspüren.
Mit dem tastenden Finger lassen sich etwa 10 Prozent aller Tumoren entdecken.


  • der Okkultbluttest
Bei dem Okkulttest, auch Haemoccult-Test© genannt (Häm=Blut, occult=verborgen) wird auf verborgenes, nicht sichtbares Blut im Stuhl untersucht.
Dieser Test kann zu Hause gemacht werden, wobei man kleine Proben aus drei verschiedenen Stuhlgängen auf drei Testbriefchen ausstreicht, diese verschließt und dann dem Arzt übergibt. Dieser wertet die Proben aus (durch Zugabe einer Reagenz zeigt sich bei Blutbeimengungen im Stuhl eine Blaufärbung). Der Nachteil dieser Methode ist einerseits, dass nur bei einem geringen Anteil der Darmtumoren erfassbare Blutmengen im Stuhl auftreten und andererseits der Test z. B. durch Nahrungsmittel und Medikamente (Schmerzmittel, Acetylsalicylsäure) falsch positiv beeinflusst werden kann.

  • die Darmspiegelung
Hierbei wird unterschieden zwischen der "kleinen" und der "vollständigen" Darmspiegelung.
"Kleine" Darmspiegelung: Hierbei wird nach Vorbereitung mit Einläufen (Klysmen) der Mastdarm (Rektum) und der s-förmige Darmabschnitt (Sigma) mit einem Endoskop untersucht (ca. 50-60 cm). Hierdurch können nur etwa 60% der Tumoren und Polypen erkannt werden.
"Vollständige" Darmspiegelung: Hierbei beginnt der Patient am Vortag der Untersuchung mit abführenden Maßnahmen. Mit Hilfe einer Trinklösung wird die Darmschleimhaut vom Stuhl gereinigt. Es erfolgt mit dem Endoskop eine Einsicht bis zum Blinddarm und in der Regel bis zum Krummdarm (Ileum).
Bei dieser Untersuchung können Krebsvorstufen, sogenannte adenomatöse Polypen erkannt und auch entfernt werden.
Diese beiden Untersuchungsmöglichkeiten haben sich in den letzten Jahren als sichere und verlässliche Methoden etabliert, wenn eine herkömmliche Darmspiegelung (z.B. durch Verwachsungen) nicht möglich ist.

Eine wirksame Krebsprävention ist somit möglich.

 

Zertifizierung Darmzentrum
Darmzentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier

Pressemitteilung zur Zertifikaterteilung durch die Deutsche Krebsgesellschaft