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Geringeres Risiko dank erhöhter Vorsorge

Geringeres Risiko dank erhöhter Vorsorge

Dickdarmkrebs ist hierzulande die am häufigsten zum Tode führende Tumorerkrankung. Doch bei kaum einem anderen Karzinom sind die Möglichkeiten größer, einer Erkrankung vorzubeugen. Über die Bedeutung von Vorsorge und Früherkennung bei verschiedenen Tumorarten informierten am vergangenen Samstag (10.März) Experten des Brüderkrankenhauses Trier beim Patiententag „Aktiv gegen Krebs“.

Neun von zehn Lungentumoren sind auf das Rauchen zurückzuführen, erklärte Dr. med. Christian Kaes, Leiter des zertifizierten Lungenkrebszentrums im Brüderkrankenhaus. Dr. med. Martin Lübke, Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin III/Pneumologie, ergänzte: "Es gibt eigentlich kein Organ, welches durch Rauchen nicht geschädigt würde." Doch obschon die Gefahren hinreichend bekannt und unbestritten sind, konsumiert heute bereits fast jeder zweite 17-Jährige Zigaretten oder andere Tabakprodukte.

Lungenkrebs zählt nach wie vor zu den Karzinomen, bei deren Diagnose die Prognose meist ernüchternd ist - auch, weil sich die Symptome erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium zeigen, so Dr. Kaes. Doch wer einmal aufhört, könne sein Erkrankungsrisiko rasch deutlich senken, betonte Dr. Lübke und bezifferte: binnen zehn Jahren habe sich dieses wieder halbiert.

Lässt sich der wichtigste Risikofaktor beim Dickdarmkrebs auch nicht ganz so zweifelsfrei benennen wie beim Bronchialkarzinom, gibt es doch auch bei diesem Tumor Möglichkeiten, einer Erkrankung vorzubeugen. Professor Dr. med. Christian Kölbel, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin I des Brüderkrankenhauses, appellierte an die zahlreichen Besucher des Patiententags, auf den Verzehr von zu viel rotem Fleisch, Fastfood, raffiniertem Getreide und Süßigkeiten zu verzichten. Eine zu kalorienreiche Kost und Übergewicht erhöhten das Risiko, dass sich ein Dickdarmkrebs bilde.

Die beste Früherkennungsmaßnahme, um es erst gar nicht zu einem Tumor kommen zu lassen, sei die Vorsorgekoloskopie, erklärte Professor Kölbel. Denn mithilfe einer solchen Darmspiegelung lassen sich bereits gutartige Vorstufen erkennen und meist unproblematisch entfernen; unerkannte Darmpolypen hingegen könnten binnen Jahren unbemerkt zu bösartigen Tumoren entarten. "90 Prozent aller Dickdarmkrebse entwickeln sich aus gutartigen Vorstufen", berichtete der Chefarzt, "doch wird der Tumor in einem möglichst frühen Stadium entdeckt, liegen die Heilungschancen ebenfalls bei 90 Prozent."

Wie wichtig die regelmäßige Vorsorge ist, zeigt sich auch beim Prostatakarzinom. Privatdozent Dr. med. habil. Andreas Neisius, Chefarzt der Abteilung für Urologie und Kinderurologie, verdeutlichte dies an Zahlen: Waren 1990 noch rund 20 Prozent der Tumore zum Zeitpunkt ihrer Diagnose bereits metastasiert, werden jetzt nur noch etwa 4 Prozent der Prostatakarzinome in diesem für eine Heilung zu späten Stadium entdeckt. Sei bereits bei Vater oder Bruder ein Prostatakrebs festgestellt worden, sei das Risiko deutlich erhöht. Neisius: "Inzwischen werden rund 50 Prozent aller Tumoren sehr früh erkannt, und das ist ganz wesentlich auch das Ergebnis stärker genutzter Vorsorgeuntersuchungen."

Stark genutzt wurde im Anschluss an die Vorträge des Patiententags auch die Möglichkeit, sich mit den Referenten sowie weiteren Experten des Onkologischen Zentrums, der Krebsgesellschaft und des Patienten-Informationszentrums im Brüderkrankenhaus sowie Vertretern von Selbsthilfegruppen auszutauschen.   

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