Zur Unternehmensseite

„Alter allein macht noch keinen Schaden“

„Alter allein macht noch keinen Schaden“

Der Hüftgelenksverschleiß zählt zu den häufigsten Erkrankungen des menschlichen Bewegungsapparats. Werden die Schmerzen für die Betroffenen unerträglich und schränken sie Mobilität und Lebensqualität erheblich ein, kann ein künstlicher Gelenkersatz Abhilfe verschaffen. Wie die Coxarthrose entsteht und worauf es hierbei zu achten gilt, war Thema einer Patienteninformationsveranstaltung im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.

Das menschliche Skelett besteht aus rund 200 Knochen, etwa 650 Muskeln finden sich im Körper und nicht weniger als 100 Gelenke verbinden die einzelnen Knochen miteinander. Als zweitgrößtes Gelenk leistet das Hüftgelenk Schwerstarbeit, doch selbst massiven Belastungen hält es über Jahrzehnte Stand. Kommt es jedoch zum Verschleiß, sind Schmerzen programmiert und Beeinträchtigungen der Bewegungsfähigkeit nur noch eine Frage der Zeit. Irgendwann führe an einem künstlichen Gelenkersatz kaum mehr ein Weg vorbei, erläuterte Professor Dr. med. Thomas Hopf, Chefarzt der Abteilung für Orthopädie des Brüderkrankenhauses Trier, jetzt bei einer Patienteninformationsveranstaltung.

Mit einem Sprung vom Bühnenrand demonstrierte der Mediziner die Belastung: Das Siebenfache seines Körpergewichts habe sein Hüftgelenk gerade tragen müssen, erklärte Professor Dr. Thomas Hopf anschließend den zahlreichen Zuhörern; somit lasteten annähernd 600 Kilo für einen kurzen Moment auf dem Gelenk. Eigentlich kein Problem, betonte der Chefarzt, das Hüftgelenk könne noch viel größere Lasten tragen. Vorausgesetzt, es finden sich keine Fehler oder Verletzungen in diesem Körperteil, ergänzte der Experte.

Doch mit den Jahren stellt sich bei vielen Menschen Verschleiß ein, und so zählt die Coxarthrose heute zu den häufigsten Erkrankungen des menschlichen Bewegungsapparats. Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen, und was sich anfangs zunächst nur nach längeren Belastungen schmerzhaft äußere, münde über kurz oder lang häufig in einem Dauerschmerz, der auch während Ruhephasen und nachts nicht weichen wolle, weiß der Professor. "Ein Gelenkverschleiß entsteht, wenn der Abrieb größer ist als die Regenerationsleistung", erklärte der Experte und stellte zugleich klar: "Alter allein macht noch keinen Schaden!" Überhaupt seien ältere Menschen auch in der Lage, beispielsweise ihre Muskeln zu trainieren, und generell gelte: "Je mehr die Knochen beansprucht werden, desto besser ist es für sie. Bewegung stärkt den Knochen."

Ist das Hüftgelenk jedoch irreparabel geschädigt und sind die Dauerschmerzen nicht mehr auszuhalten, sollten die Betroffenen ernsthaft über einen Gelenkersatz nachdenken. Inzwischen gebe es eine Fülle unterschiedlicher Endoprothesen, die entweder zementiert oder zementfrei eingesetzt würden, fuhr Professor Hopf fort. Beide Varianten hätten gewisse Vorzüge, doch komme eine zementfreie Endoprothese beispielsweise nur bei jüngeren Menschen in Betracht, da bei älteren Patienten eher fraglich sei, ob sie noch einwachse.

Vor einer Operation sei in jedem Fall abzuklären, ob bestimmte OP-Risiken vorliegen. Eine umfassende Untersuchung müsse deshalb einem Eingriff vorausgehen, und je besser die Kondition des Patienten sei, desto besser seien auch seine Aussichten, dass der Gelenkersatz erfolgreich ist. "Die Leistungsfähigkeit einer Endoprothese hängt weniger vom Gelenk ab als von der Konstitution des Empfängers", gab der Chefarzt den Zuhörern mit auf den Weg.       

Diese Website verwendet Cookies.
Diese Webseite nutzt externe Komponenten, wie z.B. Karten, Videos oder Analysewerkzeuge, welche alle dazu genutzt werden können, Daten über Ihr Nutzungsverhalten zu sammeln. Personenbezogene Daten werden von uns nicht erhoben und bedürfen, wie z. B. bei der Nutzung von Kontaktformularen, Ihrer expliziten Zustimmung. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Diensten und zum Widerruf finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen. Ihre Einwilligung dazu ist freiwillig und für die Nutzung der Webseite nicht notwendig.