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Besonders schonende Beatmung

An Covid-19 erkrankte Patienten aus Trier und dem Einzugsgebiet, die stationär behandelt werden müssen, werden seit Mitte März im Corona-Gemeinschaftskrankenhaus behandelt. Das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier rüsteten binnen weniger Tage das Klinikum Mutterhaus Nord zur zentralen Anlaufstelle für die gemeinsame stationäre Behandlung von Corona-Patienten um und schufen Kapazitäten für zur Zeit 21 Intensivbetten und 131 Betten auf der Corona-Normalstation. Bei sehr schweren Krankheitsverläufen setzen die Trierer Mediziner eine neue Generation besonders schonender Beatmungsgeräte ein.

Bei Patienten mit schweren Verläufen einer Corona-Infektion muss auf der Intensivstation eine Beatmungstherapie durchgeführt werden. "Hierzu wird bei den Patienten ein Beatmungsschlauch platziert und über ein spezielles Beatmungsgerät Sauerstoff gegeben", erklärt Privatdozent Dr. med. Tim Piepho, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier. Im Corona-Gemeinschaftskrankenhaus ist er gemeinsam mit Dr. med. Oliver Kunitz, Chefarzt Anästhesiologie, Notfall- und Intensivmedizin im Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, als ärztliche Leitung für die Corona-Stationen verantwortlich.

Obwohl diese Therapie den Sauerstoffmangel beheben kann, versterben trotzdem Patienten. Leider auch nicht wenige: "Die Letalität der schweren Corona-Infektion bei beatmeten Patienten liegt bei circa 50 Prozent. Sowohl in der Fach- als auch in der Laienpresse wird daher momentan stark diskutiert, wie mehr Patienten die Erkrankung überleben", sagt Dr. Kunitz. Während das Credo am Anfang der Corona-Krise lautete, sehr frühzeitig mit einer Beatmung zu beginnen, werden momentan Stimmen laut und Studien präsentiert, die das Gegenteil fordern. "Dies basiert auf der Tatsache, dass eine Beatmungstherapie als solche selbst auch die Lunge schädigen kann: Durch die Überdruckbeatmung kann es zu einem Trauma des Lungengewebes kommen. Man spricht von einem sogenannten Barotrauma oder Volutrauma", so Dr. Piepho.

Für den Intensivmediziner stelle sich daher die Frage, wann der richtige Zeitpunkt sei, bei Covid-19-Patienten mit einem Versagen der Lungenfunktion ein Beatmungsgerät einzusetzen, damit dieses auch hilft und dem Patienten nicht schadet, ergänzt Dr. Kunitz.

Dem Corona-Gemeinschaftskrankenhaus in Trier stehen neben den herkömmlichen Beatmungsgeräten noch drei spezielle Beatmungsgeräte zur Verfügung. Diese neuen "Evone"-Beatmungsgeräte der Firma Ventinova verfügen über einen besonders schonenden  Beatmungsmechanismus: Es wird sowohl die Ein- als auch die Ausatmung reguliert. Hierdurch ist ein deutlich niedrigerer Beatmungsdruck als bei anderen Geräten notwendig und die Effizienz der Beatmung wird erhöht.

Studien zeigen, dass die negativen Auswirkungen auf das Lungengewebe bei Verwendung dieser Geräte deutlich reduziert werden. "Wir freuen uns sehr, dass diese drei zusätzlichen Geräte für das Corona-Gemeinschaftskrankenhaus angeschafft werden konnten und insbesondere in der Therapie von schwereren Krankheitsverläufen eingesetzt werden können", erklären die beiden Chefärzte.

Freuen sich über die neuen besonders schonenden Beatmungsgeräte: Die beiden Chefanästhesisten Dr. med. Oliver Kunitz und PD Dr. med. Tim Piepho.
Freuen sich über die neuen besonders schonenden Beatmungsgeräte: Die beiden Chefanästhesisten Dr. med. Oliver Kunitz und PD Dr. med. Tim Piepho.

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