18.06.2012
24. Fachtagung Krankenhaushygiene im Brüderkrankenhaus
Bereits zum 24. Mal lud das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier am 6. Juni 2012 unter Federführung der Abteilung Krankenhaushygiene und Infektionsprävention zu einer überregionalen Fachtagung ein.
Experten diskutieren über Maßnahmen der Infektionsprävention und des Hygienemanagements
Über 200 Hygieneexperten aus ganz Deutschland und dem benachbarten Luxemburg nutzten die Gelegenheit, die interessanten Vorträge der sechs Referenten zu verfolgen und in eine angeregte fachliche Diskussion einzusteigen.
Auch 164 Jahre nachdem Ignaz Semmelweis die moderne Hygiene begründet hat, erkranken jährlich noch immer über 850.000 Patienten in deutschen Kliniken an nosokomialen Infektionen, zum Teil mit tödlichem Ausgang. Die Bundesregierung hat durch eine Novellierung des Infektionsschutzgesetzes die Länder in die Pflicht genommen, bis zum 31. Mai 2012 diesen Jahres eine Krankenhaushygieneverordnung zu erlassen, und damit eine Verbesserung der Situation in den Kliniken u.a. durch intensiviertes Qualitätsmanagement, umfangreichere statistische Aufzeichnungen und Benchmarking sowie durch eine höhere Personaldecke im Bereich des Hygienefachpersonals herbeizuführen. Gleichzeitig wurde der Stellenwert der Empfehlungen der KRINKO (Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention am Robert-Koch-Institut Berlin) als zentraler Maßstab der Hygiene neu definiert.
Privatdozent Dr. med. Arne Simon von der Klinik für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie der Universitätskliniken des Saarlandes informierte in seinem Einstiegsreferat über die neuen KRINKO-Empfehlungen zur Durchführung von Injektionen und Punktionen. Die Thematik besitzt nicht nur praktische Relevanz für Klinikmitarbeiter sondern auch für die niedergelassenen Ärzte, Pflegedienste und Pflege- bzw. Reha-Einrichtungen.
Prof. Dr. med. Ulrich Junghannß von der medizinischen Hochschule Anhalt ging auf die besonderen hygienischen Anforderungen zum Schutz des Patienten bei Umbau- und Sanierungsmaßnahmen innerhalb eines Krankenhauses ein.
Unter dem Titel "Löst Teamwork die Hygieneproblematik" zeigte Flugkapitän Hans Härting (AssekuRisk Luxembourg) realisierbare Wege zur Umsetzung der hohen Risk-Management-Anforderungen aus dem Personenflugverkehr im Klinikalltag bei der Bewältigung von Hygieneproblemen auf.
Dipl. Ing. Martin Scherrer vom Universitätsklinikum Heidelberg nahm zur Problematik der Partikelbelastung durch Bereichskleidung im OP Stellung und legte seine eigenen Untersuchungsergebnisse dar.
Über die besonderen Anforderungen an die Hygiene bei der Herstellung von und dem Umgang mit Medikamenten aus der Sicht der Klinikapothekerin referierte Frau Monika Paul, Gesundheitsamt Köln.
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