19.09.2012

Neuropsychologische Therapie nun auch ambulant möglich

Nach einem mehrjährigen Prüfverfahren ist nun auch eine ambulante Behandlung für Menschen mit Hirnschädigungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen möglich.

In Deutschland erleiden jährlich etwa 550.000 Menschen eine Erkrankung des Gehirns oder einen Unfall mit einer Hirnverletzung, etwa 40.000 - 60.000 Menschen profitieren von einer neuropsychologischen Behandlung. Bisher wurde diese nur stationär, etwa in Krankenhäusern und Rehakliniken durchgeführt. Nach einem mehrjährigen Prüfverfahren ist nun auch eine ambulante Behandlung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen möglich. "Damit verbessert sich die Versorgung von Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen erheblich", stellt Dr. Birgit Albs-Fichtenberg, Leiterin der Abteilung Psychologischer Fachdienst im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier, fest.

Feststellung der Erkrankung durch einen Facharzt Voraussetzung

Im Mittelpunkt der neuropsychologischen Behandlung stehen Konzentrations- und Gedächtnisdefizite, Schwierigkeiten in der Wahrnehmung und beim Denken, Planen und Handeln sowie die psychische Verarbeitung der Erkrankung. Die neuropsychologische Behandlung erfolgt durch Psychotherapeuten und Ärzte, die eine kammerzertifizierte Weiterbildung in Neuropsychologie erfolgreich durchlaufen haben. Die Behandlung setzt die Feststellung der Erkrankung durch einen Facharzt voraus. Dies kann schon im erstversorgenden Krankenhaus, der Rehabilitationsklinik oder durch einen niedergelassenen Facharzt erfolgen. Danach werden von Neuropsychologen die Folgen der Erkrankung festgestellt und die Behandlungsmöglichkeiten benannt.
Je schneller eine neuropsychologische Behandlung nach einer Erkrankung aufgenommen wird, umso größer sind die Verbesserungschancen. Effekte der Behandlung mehr als fünf Jahre nach einer Erkrankung wurden in den analysierten Studien nicht mehr festgestellt. Auch bei fortschreitenden Erkrankungen wie einer Demenz sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt, hier wurden Behandlungsmöglichkeiten nur für frühe Erkrankungsstadien vorgesehen.

Therapie in Einzel- oder Gruppensitzungen

Die Therapie kann in Einzel- oder Gruppensitzungen erfolgen, bis zu 60 Behandlungseinheiten sind möglich. Auch langfristige Behandlungen, wie sie bei schwergradigen Hirnschädigungen notwendig sein können, sind möglich, ebenso der Einbezug von Angehörigen in das Therapiegeschehen.

Die neue Leistung wird in der Abteilung Psychologischer Fachdienst des Brüderkrankenhaus Trier angeboten, weitere Informationen unter 0651-208-2251.

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Weitere Informationen

Psychologischer Fachdienst im Akutkrankenhaus: Innovativer Versorgungsansatz
(Deutsches Ärzteblatt, 14.09.2012)