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19.06.2017

„Wir möchten voneinander lernen“

„Wir möchten voneinander lernen“

Im Rahmen eines dreitägigen Besuchs der Moselstadt hat der Botschafter Boliviens in der Bundesrepublik, S. E. Jorge Cárdenas Robles, am Fronleichnamstag auch dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier einen Besuch abgestattet. Anlass war die Klinikpartnerschaft, welche das Brüderkrankenhaus mit dem „Centro dermatologico“ im bolivianischen Monteagudo unterhält.

In seiner Geburtsstadt Sucre besuchte Jorge Cárdenas Robles einst die Deutsche Schule. Dank der Partnerschaft des Bistums Trier mit Bolivien und dem Wirken des aus dem Saarland stammenden früheren Erzbischofs von Sucre, Josef Clemens Kardinal Maurer, habe er schon immer eine besondere Beziehung zur Bundesrepublik empfunden, berichtete der 56-Jährige. Seit 2016 ist Robles Botschafter seines Landes in Berlin, nun besuchte er auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster erstmals Trier. Drei Tage weilte er an der Mosel und nutzte seinen Aufenthalt auch zu einem Besuch des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier.

Ein Termin, der in mehrfacher Hinsicht nahe lag. Schließlich verbindet das Brüderkrankenhaus eine Klinikpartnerschaft mit dem "Centro dermatologico" im bolivianischen Monteagudo. Im Fokus der Zusammenarbeit steht die Bekämpfung der in Bolivien weit verbreiteten und von Wanzen übertragenen Chagas-Krankheit. Die Trierer wollen ihre Kollegen vor Ort in Monteagudo dabei unterstützen, Diagnostik und Therapie dieser parasitären Infektionserkrankung zu verbessern. Markus Leineweber, Hausoberer des Brüderkrankenhauses, kündigte an, dass man zu diesem Zweck in einem ersten Schritt ein Ultraschallgerät liefern werde. Zudem sei geplant, dass ein Arzt des "Centre dermatologico" in Trier hospitieren werde. Im Brüderkrankenhaus soll der Mediziner darin geschult werden, Herzschrittmacher zu implantieren.

Denn sei die Chagas-Krankheit auch nicht heilbar, so lasse sich ihre kardiovaskuläre Symptomatik wie die bei den meisten Betroffenen auftretende Herzschwäche mittels Schrittmacher doch recht gut behandeln, erklärte Dr. med. Karl Eugen Hauptmann. Der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin III / Kardiologie im Brüderkrankenhaus ist der ärztliche Koordinator für die Klinikpartnerschaft. Neben Hauptmann war auch Professor Dr. Winfried A. Willinek, Chefarzt des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin bei dem Treffen mit dem Botschafter zugegen und sorgte mit dafür, dass der Botschafter einen Eindruck von den medizinischen Möglichkeiten des Brüderkrankenhauses gewann. Außerdem dabei: Sarah Steuer, Mitarbeiterin der Abteilung Soziale Betreuung und Beratung (SBB) des Brüderkrankenhauses und Bolivien-Expertin.

Markus Leineweber, Sarah Steuer und Bernhard Kaster hatten sich Anfang des Jahres gemeinsam vor Ort in Bolivien ein Bild von der Situation gemacht und hierbei auch das "Centro dermatologico" besucht. Der Bundestagsabgeordnete unterstützte den zwischenzeitlich positiv beschiedenen Antrag, die Klinikpartnerschaft im Rahmen des Förderprogramms "Partner stärken Gesundheit" des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu unterstützen. "Ich habe höchsten Respekt für die Bereitschaft des Brüderkrankenhauses zu dieser besonderen Partnerschaft, und mich hat besonders beeindruckt, dass für Sie immer klar war, dass Sie diese Zusammenarbeit auch dann realisiert hätten, wenn es keine Unterstützung vom Bund gegeben hätte", erklärte Kaster an die Adresse Leinewebers.

Der Hausobere betonte gegenüber dem Botschafter: "Uns ist vor allem wichtig, dass dies eine wahre Partnerschaft ist, in der beide Seiten voneinander lernen können." Darüber hinaus sei es besondere Ehre, mit dem Engagement seines Hauses in einer langen Partnerschaftstradition zwischen dem Bistum Trier und Bolivien stehen zu dürfen: "Als kirchliche Einrichtung im Bistum Trier freuen wir uns sehr, einen Beitrag zu dieser Partnerschaft leisten und sie damit weiter ausbauen zu können."

Wie intensiv die Zusammenarbeit und die menschlichen Verbindungen zwischen dem Bistum Trier und Bolivien sind, wurde einmal mehr bei einem Treffen mit Bischof Stephan Ackermann und einem abendlichen Essen des Botschafters mit dem emeritierten Trierer Weihbischof Leo Schwarz deutlich. Dieser hatte vor einem halben Jahrhundert maßgeblichen Anteil am Aufbau des "Centro dermatologico", das sich vor allem der Bekämpfung der Lepra widmete. Schwarz gilt zudem als personifizierte Brückenbauer zwischen der Diözese Trier und Bolivien, der die Bistumspartnerschaft mit Leben erfüllte.  

Jorge Cárdenas Robles dankte den Verantwortlichen des Brüderkrankenhauses für deren Unterstützung und kündigte seinerseits an, die Klinikpartnerschaft mit Monteagudo im Rahmen seiner Möglichkeiten auch politisch zu unterstützen: "Es war mir wichtig, Sie endlich direkt kennenzulernen, und es war für mich auch immer ein Traum, einmal hier in Trier zu sein.

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