10.07.2017

Chefarztwechsel in der Abteilung für Urologie und Kinderurologie des Brüderkrankenhauses Trier

Chefarztwechsel in der Abteilung für Urologie und Kinderurologie des Brüderkrankenhauses Trier

Nach 19 Jahren als Chefarzt der Abteilung für Urologie und Kinderurologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier wurde Professor Dr. med. Dietmar A. Neisius nun in den Ruhestand verabschiedet. Seine Nachfolge tritt der Mainzer Universitätsmediziner Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Neisius an. Der offizielle Stabwechsel erfolgte im Rahmen einer Feierstunde am Freitag, 30. Juni 2017 im Beisein von zahlreichen Gästen.

Hausoberer Markus Leineweber begrüßte die zahlreichen Gäste, die zur Verabschiedung von Professor Dr. Dietmar A. Neisius und zur Begrüßung seines Nachfolgers Priv. Doz. Dr. Andreas Neisius gekommen waren. Dass man "niemals so ganz" gehe, würde nur selten so deutlich erlebbar, wie bei der aktuellen Verabschiedung - so Leineweber. Priv. Doz. Dr. Andreas Neisius, Sohn seines Vorgängers, wurde nach einem umfassenden Auswahlverfahren zum Nachfolger in der Funktion des Chefarztes der Abteilung Urologie und Kinderurologie gewählt. 

Werner Hemmes, Geschäftsführer der BBT-Gruppe betonte anlässlich der Verabschiedung, dass Professor Dr. Dietmar A. Neisius die Erfolgsgeschichte des Brüderkrankenhauses in seiner 19 jährigen Chefarzttätigkeit und den zehn Jahren als ärztlicher Direktor maßgeblich mitgeprägt habe. Die Abteilung für Urologie und Kinderurologie habe er in dieser Zeit zu einer hochmodernen Klinik mit überregionalem Ruf aus- und aufgebaut. Mit dem aktuellen Chefarztwechsel vollziehe man eine ganz besondere Staffelübergabe, denn es sei keinesfalls eine alltägliche Geschichte, dass der Sohn die Chefarztnachfolge des Vaters antrete. Priv.-Doz. Dr. Andreas Neisius habe in den verschiedenen Auswahlrunden alle Gremien sowohl fachlich als auch menschlich überzeugt und er sei sicher, dass er die künftigen Herausforderung als Chefarzt hervorragend meistern werde.

Professor Neisius begann seine Tätigkeit als Chefarzt im Brüderkrankenhaus im Juli 1998. In den Jahren 2005 bis 2007 engagierte er sich daneben als Stellvertretender Ärztlicher Direktor und verantwortete seit 2007 bis zu seinem Ruhestand das Amt des Ärztlichen Direktors. Seine Nachfolge als ärztlicher Direktor tritt Prof. Dr. med. Winfried Willinek an, Chefarzt des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin. Der bisherige stellvertretende Ärztliche Direktor, Prof. Dr. med. Matthias Maschke, Chefarzt der Abteilung für Neurologie und Vorsitzender des Demenzzentrums Tier, wird weiterhin die Funktion des stellvertretenden Ärztlichen Direktors innehaben.

Christian Weiskopf, kaufmännischer Direktor im Brüderkrankenhaus dankte dem scheidenden ärztlichen Direktor Professor Neisius für die langjährige erfolgreiche direktoriale Zusammenarbeit. In die neun Jahre der gemeinsamen Zusammenarbeit fielen eine Reihe von Baumaßnahmen wie der Hubschrauberlandeplatz, die Aufstockung des E-Gebäudes sowie St. Kamillus, der Hybrid-OP oder der Neubau OP, Küche und Labor, um nur einige zu nennen. Der aus einer Orscholzer Bauunternehmerfamilie stammende Neisius habe die bauliche Zielplanung nicht nur inhaltlich sondern immer auch mit technischen und bautechnischen Sachverstand begleitet.

In der Abteilung für Urologie und Kinderurologie mit 55 Planbetten wird das komplette Spektrum der urologischen Therapien und Operationen durchgeführt, mit Ausnahme der Nierentransplantation. Über 2.500 Patienten werden hier jährlich stationär behandelt. Die operativen Schwerpunkte der Abteilung liegen in der chirurgischen Therapie urologischer Krebserkrankungen. Hierzu zählen v.a. die laparoskopischen- ("Schlüssellochtechnik") und offenen Operationen an Niere, Nebenniere und Harnleiter, die Operation des Hodenkrebses, einschl. der ausgedehnten Lymphknotenentfernung ("retroperitoneale Lymphadenektomie") sowie die komplette Blasenentfernung ("radikale Zystektomie") bei muskelinvasivem Harnblasentumor. Letztere erfordert einen Ersatz der Harnblase, entweder in Form einer  inkontinenten Harnableitung ("künstlicher Harnausgang") oder als kontinenter Harnblasenersatz aus Dünndarm bei Männern und Frauen ("Ersatzblase").

Zur Abteilung gehört auch das 2014 etablierte uroonkologische Zentrum, das auf die Behandlung von urologischen Krebserkrankungen spezialisiert ist. Hierzu zählen der Prostatakrebs, Blasen- und Nierenkrebs, Hodenkrebs sowie die selteneren Krebserkrankungen von Nebenniere und Penis. Teil dieses Zentrums ist auch das seit 2009 zertifizierte Prostatakarzinom-Zentrum. Die Abteilung für Urologie ist ebenfalls Mitinitiator und beteiligte Fachabteilung des Moselzentrums für Kontinenz.

In seiner Abschiedsrede stellte Professor Neisius heraus, dass sein Vorgänger im Trierer Brüderkrankenhaus, Professor Dr. med. Günter Moormann, schon damals zu den großen Urologen in Deutschland gehörte. Er unterstrich, dass er in der urologischen Abteilung mit einem Team aus hervorragenden Pflege- und Fachpflegekräften, mit engagierten Sekretärinnen sowie sehr guten ärztlichen Mitarbeitern zusammengearbeitet habe. Er habe sich im Brüderkrankenhaus, das für ihn zu einem Stück Heimat geworden sei, immer wohl gefühlt. Seinem Sohn wünsche er, dass er die Abteilung  erfolgreich führe und weiterentwickle.

Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Neisius (39) studierte Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg/Saar, dem Universitätsspital Zürich in der Schweiz und der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Während seiner Assistenzzeit war er an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz tätig.  2009 erfolgte die Promotion am Institut für Humangenetik des Universitätsklinikum des Saarlandes und 2010 legte er die Facharztprüfung für Urologie an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz ab. Dort war er  zunächst als Facharzt, nach einem 18-monatigen Forschungsaufenthalt am Duke University Medical Center in Durham, NC, USA als Funktionsoberarzt und dann ab 2014 als Oberarzt tätig.  2014 erwarb Priv.-Doz. Dr.  Andreas Neisius die Zusatzbezeichnung für Medikamentöse Tumortherapie.  2015 habilitierte er zum Thema "Neue präklinische und klinische Aspekte in der Diagnostik und Therapie des Harnsteinleidens" und übernahm auch die Sektionsleitung Kinderurologie an der Urologischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, wo er ein Jahr später zum Stellvertretenden Klinikdirektor ernannt wurde. Seit  April 2016 war der gebürtige Merziger  unter neuer Führung als 1. Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie der Universitätsmedizin Mainz tätig. Priv.-Doz. Dr. Andreas Neisius ist darüber hinaus seit 2013 Mitglied und Sekretär des "Arbeitskreises Harnsteine" der deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) sowie der Deutschen Gesellschaft für Stoßwellenlithotripsie (DGSWL) und Mitautor der aktuellen AWMF Leitlinie für Urolithiasis. Seit 2016 ist er auch Mitglied der Leitliniengruppe Urolithiasis der European Association of Urology (EAU). Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Der Mainzer Univ.-Prof. em. Dr. med. Joachim W. Thüroff, der die Entwicklung von Priv.-Doz. Dr.  Andreas Neisius in den letzten 11 Jahren maßgeblich begleitet hat, gratulierte den Anwesenden zu ihrer Entscheidung. Andreas Neisius sei schon in frühen Jahren sowohl durch sein manuelles operatives Geschick, seine hohe Disziplin als auch  durch seine geradlinige und sympathische Art aufgefallen.

Priv.-Doz. Dr. Andreas Neisius dankte Professor Thüroff für die hervorragende wissenschaftliche und chirurgische Ausbildung wie auch seinem letzten Chef Univ.-Prof. Dr. med. Axel Haferkamp. Er freue sich auf seine neue Aufgabe im Brüderkrankenhaus, das nicht nur qualitativ sondern auch personell gut aufgestellt sei.
Leineweber wünschte dem neuen Chefarzt, dass auch er ein Stück Heimat im Brüderkrankenhaus und in Trier finden möge und dass der Segen Gottes - der schließlich vom Krankenhauspfarrer gespendet wurde, ihn und alle im Haus begleiten möge.