12.04.2017

BKT-Forum „Darf´s ein bisschen weniger sein?“

Ein Symposium über die ethischen Herausforderungen im Krankenhaus zwischen Anspruch und Ökonomie.

Am Mittwoch, 3. Mai 2017, veranstaltet das Klinische Ethikkomitee des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier von 15.30 Uhr bis 19.00 Uhr ein Symposium unter dem Titel "Darf's ein bisschen weniger sein?" In der Veranstaltung werden in zwei Schwerpunktvorträgen die  Fragen nach Priorisierung und Rationierung in der Medizin sowie die Vereinbarkeit von Ökonomie und Medizin beleuchtet.

Das  Gesundheitswesen in Deutschland ist geprägt vom Gedanken der Solidarität und Subsidiarität und geht vom Grundsatz aus, "dass die Errungenschaften der modernen Medizin allen Kranken in gleicher Weise und in ausreichendem Maß zur Verfügung gestellt werden können."(B. Hermann/F. Kliesch) Dieser Grundsatz scheint jedoch immer mehr in Frage gestellt. Zwar sind in den Debatten immer wieder die Schlagworte "begrenzte Ressourcen", "Rationalisierung", "Priorisierung" oder "Rationierung" zu hören, doch so wirklich wollen sich nur wenige zu diesem spannungsreichen Themenfeld positionieren. Dabei scheint dies bei zunehmendem Kostendruck immer dringlicher angezeigt zu sein. Ist es aus diesem Grund möglich, dass tatsächlich alle Leistungen für alle Patienten in gleicher Weise zur Verfügung stehen oder muss es dabei auch sinnvolle Einschränkungen geben? Damit aber Patienten mit vergleichbaren Krankheiten nicht unterschiedlich behandelt werden, ist nach ethischen Kriterien zu fragen, nach denen die medizinischen Leistungen gerecht und sinnvoll eingesetzt werden. Nicht das Geld darf am Ende entscheiden, ob eine medizinische Leistung erbracht wird oder nicht, sondern der Blick auf den Patienten und seine medizinische Indikation.

"Das Symposium möchte die stille Diskussion um Priorisierung und Rationierung in der Medizin in die Öffentlichkeit hineintragen und zeigen, wie notwendig es ist, darüber öffentlich zu sprechen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen", so Stephan Schwab, Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees und stellvertretender Hausoberer im Brüderkrankenhaus Trier.

Es referieren Prof. Dr. Frank Schulz-Nieswandt vom Lehrstuhl  für Sozialpolitik und Methoden der qualitativen Sozialforschung an der Universität Köln und Dr. Gertrud Greif-Higer, Stv. Vorsitzende und Geschäftsführerin des Ethikkomitees der Universitätsmedizin Mainz. Zu den Teilnehmern der  anschließenden Podiumsdiskussion gehören der CDU Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder, Dr. Albert-Peter Rethmann, Geschäftsführer der BBT Gruppe für Christliche Unternehmenskultur und Organisationsentwicklung und Dr. med. Wolfgang Schäfgen, Facharzt für Allgemeinmedizin, Diabetologie und Palliativmedizin und Vorsitzender des ambulanten Ethikkomitees der Bezirksärztekammer Trier. Die Veranstaltung wird moderiert von Dr. Peter-Felix Ruelius, Leiter des Zentralbereichs Christliche Unternehmenskultur und Ethik der BBT-Gruppe.

Anmeldung

Um eine Anmeldung zum Symposium unter 0651 208-1202 oder anmeldung.fortbildung@bk-trier.de bis zum 28. April 2017 wird gebeten. Die Veranstaltung ist kostenfrei.