08.11.2017

Unterschätzte Volkskrankheit

Unterschätzte Volkskrankheit

Bis zu 100.000 Mal schlägt ein gesundes Herz während eines einzigen Tages. Als „Motor des Lebens“ leistet das rund 300 Gramm leichte Organ täglich Schwerstarbeit. Doch allein in Deutschland leiden schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen an einer Herzschwäche. Über deren Entstehung, Erkennung und Behandlung informieren am Samstag, 18. November, Experten des Brüderkrankenhauses Trier bei einem Herzseminar für Patienten, Angehörige und Interessierte.

"Bei der Herzinsuffizienz kommt es entscheidend darauf an, möglichst früh eine optimale Behandlung einzuleiten", erklärt Dr. med. Karl Eugen Hauptmann. Der Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin III / Kardiologie des Brüderkrankenhauses appelliert vor allem an ältere Menschen, Symptome wie Atemnot, Leistungsabfall oder geschwollene Beine nicht als altersbedingt hinzunehmen, sondern in jedem Fall abklären zu lassen, ob eine Herzschwäche als Ursache vorliegt. Eine Herzinsuffizienz hat zur Folge, dass das Herz nicht mehr in der Lage ist, den Körper ausreichend mit Blut und damit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Deshalb werden auch andere Organe wie das Gehirn oder die Nieren in Mitleidenschaft gezogen. Angesichts der großen Zahl an Patienten und der Tatsache, dass viele Betroffene nicht wissen, dass sie an einer Herzschwäche leiden, sprechen Experten von einer unterschätzten Volkskrankheit. Laut Dr. Hauptmann wurden in den vergangenen Jahren aber deutliche Fortschritte bei der Behandlung der Herzinsuffizienz erzielt.

Im Rahmen des Herzseminars werden Mediziner der Abteilungen für Innere Medizin III / Kardiologie sowie Anästhesie und Intensivmedizin des Brüderkrankenhauses umfassend und für Laien verständlich über Therapiemöglichkeiten bei einer Herzinsuffizienz informieren. Außerdem zeigen die Referenten auf, was Betroffene selbst dazu beitragen können, um der Entstehung einer Herzschwäche vorzubeugen oder deren Fortschreiten zu bremsen. Ein weiteres Thema der Veranstaltung: die Herz-Lungen-Wiederbelebung. Nach jedem Vortrag haben die Zuhörer Gelegenheit, den Experten Fragen zu stellen.

Das Herzseminar beginnt am 18. November um 9 Uhr im Albertus-Magnus-Saal des Brüderkrankenhauses und endet gegen 12.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.    


Hintergrund: Kardiologie / Abteilung für Innere Medizin III

Die Abteilung für Innere Medizin III (Kardiologie, Pneumologie und Rhythmologie) des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier ist spezialisiert auf alle Erkrankungen des Herzens und der Lunge. Des Weiteren ist sie verantwortlich für die Patienten auf der herzchirurgischen und internistischen Intensivstation. Bei der umfangreichen Studie des Nachrichtenmagazins Focus für Deutschlands größten Krankenhausvergleich hat sich die Fachabteilung Kardiologie bereits zum sechsten Mal in Folge für die Auszeichnung als "Top Nationales Krankenhaus" qualifiziert.

Kardiologischer Hauptschwerpunkt ist die Behandlung chronisch verengter Herzkranzgefäße sowie die Wiedereröffnung des Infarktgefäßes beim akuten Herzinfarkt mittels Implantation von modernen Stentsystemen (medikamentös beschichtete Stents, selbstauflösende Stents).  Die deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz-Kreislaufforschung e.V. (DGK) hat die kardiologische Abteilung mehrfach ausgezeichnet: im Bereich der interventionellen Herzklappentherapie (Aortenklappen- und Mitralklappeneingriffe) ist das TAVI-Zentrum der Kardiologie eines von deutschlandweit derzeit 38 zertifizierten TAVI-Zentren. Die kardiologische Brustschmerzeinheit (Chest Pain Unit) ist bereits seit 2011 zertifiziert. Darüber hinaus wurde die Abteilung für die interventionelle Diagnostik und Therapie als Zentrum, Ausbilder und für die Zertifizierung aller interventionellen Ärzte von der DGK mit dem Zertifikat "Zusatzqualifikation interventionelle Kardiologie" ausgezeichnet. Die Abteilung ist ebenfalls zertifiziert für die kardiale Magnetresonanztomographie. In der Abteilung Kardiologie / Innere Medizin III werden als überregionales Zentrum für Herzerkrankungen rund um die Uhr vier moderne vernetzte Herzkatheranlagen vorgehalten. Hier können alle notwendigen Herzkatheteruntersuchungen zur Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße, der Herzklappen und zur Bestimmung der Herzfunktion durchgeführt werden. In einem Hybrid-Katheterlabor können Herzchirurgen und Kardiologen zusammen komplexe interventionelle Eingriffe durchführen.

Patienten der Rhythmologie profitieren neben Spezialambulanzen von einem speziell für elektrophysiologische Eingriffe ausgestatteten Herzkatheterlabor inklusive der Möglichkeit zur Durchführung von Rotationsangiographien. Zudem steht ein spezieller Operationssaal zur Implantation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren zur Verfügung. Die elektropysiologische Untersuchung (EPU) ist ebenfalls von der DGK zertifiziert.