09.07.2018

Die Universität Trier und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier arbeiten in der Forschung noch enger zusammen. Das Brüderkrankenhaus stellt Wissenschaftlern der Universität zu Forschungszwecken in der Psychologie seine Ausstattung in der Magnetresonanztomographie (MRT) zur Verfügung. Eine entsprechende vertragliche Vereinbarung haben Universitätspräsident Prof. Dr. Michael Jäckel und der Ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Winfried Willinek unterzeichnet. „Damit stehen für die Forschung in bestimmten Bereichen in Trier Infrastruktur und Methoden zur Verfügung, die sonst nur an Standorten mit Universitätsmedizin zu finden sind“, erläutert Gregor Domes, Professor für Biologische und Klinische Psychologie an der Universität. Er sieht in der Kooperation ein großes Potenzial.
Professor Domes forscht zur
Psychobiologie des Stresses, unter anderem zu Faktoren der Stressanfälligkeit und
zu Reaktionen auf psychische Belastungen. Ein weiterer Schwerpunkt sind
psychische Störungen und Entwicklungsstörungen und deren Auswirkungen auf
soziales Verhalten, etwa im Spektrum des Autismus.
"Wir erweitern bei unseren
Untersuchungen die hervorragende Ausstattung der Radiologie des Brüderkrankenhauses
um eigene Geräte. So ist es uns möglich, über den üblichen diagnostischen Verwendungszweck
der MRT hinausgehend Probanden Bilder, Texte und Filme zu präsentieren und
Messungen der neuronalen Aktivität vorzunehmen", erläutert Domes den Einsatz
der MRT im Forscheralltag. "Wir können damit dem Gehirn gewissermaßen bei der
Arbeit zusehen und wichtige Einsichten in bestimmte Funktionen des Gehirns
erhalten. Uns interessiert besonders, wie das Gehirn soziale Informationen
verarbeitet und in welcher Weise diese Verarbeitungsprozesse bei Menschen mit
Autismus oder sozialen Ängsten verändert sind. Das Ziel ist letztlich die
Entwicklung und Optimierung therapeutischer Ansätze zur Behandlung."
Für die Forschungsvorhaben,
die außerhalb der regulären Betriebszeit stattfinden, steht ein hochmodernes,
volldigitales 3-Tesla Hochfeld MRT zur Verfügung, das ansonsten der
Patientenversorgung zu Gute kommt. Professor Willinek der auch Chefarzt des
Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin ist,
verfügt über langjährige Erfahrung mit der innovativen Technik. "Wir verbinden
hier Kompetenz und technisches Know-how", so Professor Willinek.
Der Präsident der
Universität Trier, Prof. Dr. Michael Jäckel, freut sich sehr über die
Fortsetzung der Kooperation und sieht darin ein wichtiges Signal im Rahmen der
Wissenschaftsallianz Trier: "Diese Forschungskooperation ist ein zentraler
Baustein für den Ausbau unseres "Gesundheits"-Schwerpunkts in Trier. Wir setzen
damit ein Element meines Positionspapiers um und folgen damit zugleich einer
Empfehlung der Expertenkommission im Rahmen des Hochschulzukunftsprogramms für
das Land Rheinland-Pfalz. Weitere Bausteine folgen."
Auch Markus Leineweber, Hausoberer des Krankenhauses der Barmherzigen
Brüder Trier, freut sich, dass mit dieser Kooperation die Mitgliedschaft des
Krankenhauses in der Wissenschaftsallianz konkrete Gestalt annimmt. "Es gehört
zu unserem Selbstverständnis, dass wir die Kompetenzen vor Ort vernetzen
wollen, um den interdisziplinär-wissenschaftlichen Dialog zu fördern. Wir sehen
darin einen wichtigen Beitrag, die hohe medizinische Versorgungsqualität
unseres Hauses auch auf Dauer zu gewährleisten und weiter zu entwickeln."