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01.06.2021

Polyglotte Patientenversorgung

Polyglotte Patientenversorgung

Die Liste reicht von Albanisch bis Ungarisch, arabisch wird ebenso gesprochen wie litauisch, und selbst für Suaheli ist man gewappnet – fast 100 Mitarbeitende aus allen Bereichen beteiligen sich am Sprachenservice des Brüderkrankenhauses Trier und unterstützen bei Übersetzungen zwischen Patienten und behandelndem Personal. Weil ein Oberarzt der internationalen Plansprache Esperanto mächtig ist, erhielt das Brüderkrankenhaus nun eine besondere Auszeichnung.

Nicht wenige Vielreisende kennen das: Man ist im fremdsprachigen Ausland unterwegs und benötigt plötzlich einen Arzt. Wer mit Schulenglisch an Grenzen stößt oder sich in einem Sprachraum aufhält, in dem Weltsprachen wie Spanisch, Französisch oder eben Englisch kaum gesprochen werden, hat neben dem gesundheitlichen nun auch ein Verständigungsproblem; was wiederum bei Erkrankungen und Verletzungen die dringend benötigte Hilfe erschweren kann.

Patienten mit fehlenden Deutschkenntnissen sind auch im Brüderkrankenhaus Alltag. Dafür, dass die Verständigung zwischen Personal und Patienten dennoch funktioniert, sorgt ein eigener Sprachenservice. Für diesen haben sich aktuell annähernd 100 Mitarbeitende aus allen Bereichen gemeldet. Wie breit das Spektrum ist, zeigt ein Blick auf die Übersetzerliste: ob Russisch oder Malayisch, Slowakisch oder Türkisch – insgesamt 26 Sprachen werden abgedeckt. Während für amerikanisches Englisch zehn Mitarbeitende bereitstehen, findet sich auch für Sprachen wie Persisch oder Kurdisch mindestens ein Übersetzer.

Dr. med. Christoph Klawe schreibt und spricht neben Englisch auch Esperanto, und weil dem so ist, erhielt das Brüderkrankenhaus Trier jetzt als erstes Klinikum weltweit die Auszeichnung „Hervorragender Sprachen-Service im Krankenhaus“. Verliehen wurde diese durch die Universala Medicina Esperanto-Asocio (UMEA), deren Präsident der Oberarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation ist. Dr. Klawe hat einen sehr guten Überblick, was die Sprachenkompetenz im Gesundheitswesen anbelangt. Dass ein Klinikum derart viele Sprachen abdeckt, darunter auch mehrere aus Afrika, sei durchaus etwas Besonderes, berichtet er. Dass das Brüderkrankenhaus nun diese Auszeichnung erhielt, habe aber auch mit der Tatsache zu tun, dass sich Esperanto unter den angebotenen Sprachen befindet.

Die weltweit erste Plansprache, die 1887 von dem Polen Ludwik Zamenhof entwickelt wurde mit dem Ziel, das zu jener Zeit in seinem Heimatland bestehende Sprachenwirrwarr zu überwinden und so einen Beitrag zur Völkerverständigung zu leisten, wird laut Dr. Klawe weltweit von schätzungsweise zwei bis drei Millionen Menschen in rund 120 Ländern gesprochen. Im Alltag, räumt der Mediziner ein, werde er höchst selten als Übersetzer angefordert, doch habe ihm sein weltweites Esperanto-Netzwerk beispielsweise schon einmal geholfen, einen schwerkranken Patienten in sein Heimatland zu verlegen, nachdem Sprachbarrieren nicht anders hatten überwunden werden können.

„Gerade in Medizin und Pflege ist eine gute Kommunikation für alle Beteiligten unerlässlich. Deshalb bin ich froh und dankbar, dass so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Brüderkrankenhauses dabei helfen, Sprachbarrieren, wie sie immer wieder auftreten können, zu überwinden“, erklärt Hausoberer Markus Leineweber.

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