23.05.2022

Investition in die Zukunft

Xcare® Gruppe: Deutschlands erste Praxis mit MR-geführter Strahlentherapie am Brüderkrankenhaus Trier

Xcare® Gruppe: Deutschlands erste Praxis mit MR-geführter Strahlentherapie am Brüderkrankenhaus Trier

Die Xcare® Gruppe setzt am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier als erste Praxis in Deutschland die MR-geführte Strahlentherapie bei bestimmten bösartigen Tumoren ein. Diese neue Technologie kommt seit 2018 in Deutschland zum Einsatz, bislang jedoch erst an drei Universitätskliniken in Heidelberg, Tübingen und München. Ab sofort steht die MR-geführte Strahlentherapie auch Patientinnen und Patienten aus Trier und den angrenzenden Regionen zur Verfügung.

Nach mehrmonatiger Vorbereitungszeit wurde am 11. Mai 2022 der erste Patient mit dem MR-Linac Unity bestrahlt. Das zukunftsorientierte Gerät der Firmen Elekta und Philips Healthcare kombiniert Bestrahlungseinheit (Linearbeschleuniger) mit den Informationen der Magnetresonanztomographie (MR) in einem Gerät. „Strahlentherapie heißt zielen und treffen“, erklärt Privatdozent Dr. med. Dirk Bottke, Standortleiter der Xcare® Praxis für Strahlentherapie. „Anders als bei herkömmlichen Beschleunigern erfolgt die Bestrahlungsplanung mit dem neuen Hybridgerät unmittelbar vor jeder einzelnen Bestrahlungssitzung basierend auf der aktuellen MR-Bildgebung (und nicht nur einmal vor Beginn der Therapie). Darüber hinaus lassen sich Tumor und Normalgewebe während der laufenden Bestrahlung in diagnostischer Qualität darstellen und eventuelle Lageveränderungen erkennen. Somit ermöglicht das Hybridgerät eine hochpräzise Bestrahlung und bei Bedarf individuelle Anpassungen“, so Priv.-Doz. Dr. Bottke. Mit der neuen Technologie lassen sich insbesondere Weichteilkontraste besser darstellen, z.B. Tumore in der Prostata oder Absiedlungen in der Leber. Aufgrund der vor jeder Bestrahlung neuen Berechnung des Bestrahlungsplans dauert die jeweilige Bestrahlungssitzung zwar länger, wenn der Tumor sich jedoch im Laufe der Bestrahlung verkleinert, kann man diese entsprechend anpassen. Nicht jeder Patient ist allerdings für das neue Gerät geeignet. Ausschlusskriterien sind beispielsweise Herzschrittmacher oder andere Metalle im Körper. Die neue Technologie soll insbesondere bei Prostatakrebs, Lebermetastasen, Enddarmkrebs, Bauchspeicherdrüsenkrebs oder der Behandlung von Lymphknoten zum Einsatz kommen. Schwerpunkte, die auch im Onkologischen Zentrum des Brüderkrankenhauses Trier behandelt werden.

BBT-Regionalleiter Christian Weiskopf (Brüderkrankenhaus Trier): „Die Kooperation zwischen Xcare® und dem Brüderkrankenhaus Trier eröffnet einerseits die Möglichkeit zu  einer technischen Innovation bei der Versorgung onkologischer Patienten. Andererseits sichert sie die wohnortnahe hochqualitative Versorgung der Patienten aus Trier und den angrenzenden Regionen.“

Mitte Februar 2022 wurde der erste Patient in der neuen Praxis für Strahlentherapie am Brüderkrankenhaus vom Team um Priv.-Doz. Dr. Dirk Bottke, Dr. Irmina Vey-Reeh, Prof. Dr. Stefanie Milker-Zabel und Elena Müller, alle Fachärzte für Strahlentherapie, an einem konventionellen Linearbeschleuniger der neuesten Generation behandelt. Die Praxisräume befinden sich im Untergeschoss des neu errichteten Gebäudekomplexes St. Martinus in unmittelbarer Nähe zur radiologischen Abteilung unter Leitung von Prof. Dr. Winfried A. Willinek.

Die in Saarlouis ansässige Xcare® Gruppe ist eine überörtliche Gemeinschaftspraxis, die mit aktuell 64 Ärzten an 11 Standorten im Saarland und in Rheinland-Pfalz radiologische, nuklearmedizinische und strahlentherapeutische Praxen betreibt.

Bereits 2008 hat die Gruppe eine strahlentherapeutische Praxis in Trier-Ehrang eröffnet. 2016 fiel die strategische Entscheidung, die Praxis in der August-Antz-Straße durch zwei neue Standorte (am St. Elisabeth Krankenhaus Wittlich, eröffnet 2020, und am Brüderkrankenhaus Trier) zu ersetzen. Wenige Monate vor dem geplanten Umzug an das Brüderkrankenhaus Trier wurde der Standort Ehrang durch die Flutkatastrophe vollständig zerstört, so dass das inzwischen erweiterte Praxisteam vorübergehend nur in Wittlich behandeln konnte.

Neben den Mitte Februar in Betrieb genommenen Räumlichkeiten der Praxis für Strahlentherapie mit ihren modernen Strahlentherapiegeräten steht in den Sommermonaten der Umzug für die weiteren Nutzer des Gebäudekomplexes St. Martinus an. Im Erdgeschoss ist eine moderne Dialysestation vorgesehen und im ersten Obergeschoss moderne Endoskopieuntersuchungsräume für die Innere Medizin. Drei neue Bettenstationen mit insgesamt 119 Betten befinden sich im zweiten, dritten und vierten Obergeschoss (Wahlleistungsstation).

Die neue Praxis für Strahlentherapie mit ihren neuen Gerätegenerationen wurde nun auch den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Region im Rahmen einer gut besuchten feierlichen Eröffnungsveranstaltung vorgestellt. Für die wissenschaftlichen Festvorträge waren Prof. Dr. Peter R. Luijten, Prodekan für Life Sciences der Universität Utrecht aus den Niederlanden und Prof. Dr. Daniel Zips, Direktor der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Charité-Universitätsmedizin Berlin nach Trier gekommen. Während Prof. Dr. Luijten einen Bogen schlug von den Innovationen in der Medizin in den letzten 70 Jahren bis zur neuen MR-Technologie stellte Prof. Zips die MR-geführte Strahlentherapie im klinischen Einsatz am Beispiel der Universität Tübingen vor.