14.08.2024

Ein Interview zum 19. Mittelrhein-Mosel-Intensivpflegetag

„In kritischen und intensiven Situationen direkt an der Seite von Patienten“

„In kritischen und intensiven Situationen direkt an der Seite von Patienten“

Am 20. September 2024 findet der 19. Mittelrhein-Mosel-Intensivpflegetag zum Thema „Polytrauma Care 360°“ in Kooperation mit dem Katholischen Klinikum Koblenz · Montabaur im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier statt. Die Intensivkoordinatorin Anna Gillen arbeitet seit 2015 auf der Intensivstation 1D des Brüderkrankenhauses Trier und berichtet im Vorfeld des Kongresses, warum es wichtig ist, sich gerade für die Versorgung polytraumatisierter Patienten fortzubilden.


Frau Gillen, was ist für Sie persönlich das Besondere an der Intensivpflege, warum arbeiten Sie seit 2015 in diesem Bereich?

Anna Gillen: Für mich ist die Intensivpflege einfach besonders. Sie erfordert präzises Wissen über Pflege und Medizin sowie menschliche Fürsorge. Ich habe die Möglichkeit, direkt an der Seite von Patienten in kritischen und intensiven Situationen zu arbeiten und ihnen in Momenten beizustehen, die oft lebensverändernd sind. Die Arbeit ist herausfordernd, aber erfüllend, weil ich weiß, dass ich durch meine Fähigkeiten und mein Engagement einen wesentlichen Beitrag zur Genesung der Patienten leisten kann – und das trotz der bekannt schwierigen Rahmenbedingungen im Gesundheitssystem.

Warum ist es wichtig, sich für die Tätigkeit im intensivpflegerischen Bereich regelmäßig fortzubilden?

Anna Gillen: Die Medizin und speziell die Intensivpflege entwickeln sich ständig weiter. Neue Behandlungsmethoden, Technologien und Erkenntnisse erfordern es, dass wir uns kontinuierlich fortbilden, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. In der Intensivpflege kann es auf Sekunden ankommen, da ist es entscheidend, immer auf dem neuesten Stand zu sein. Fortbildungen helfen uns, unser Wissen zu vertiefen und unsere praktischen Fähigkeiten zu erweitern, was letztlich den Patienten zugutekommt.

Neben regelmäßigen Fortbildungen findet jährlich ein ganztägiger Intensivpflegetag statt. Was ist die Idee dahinter?

Anna Gillen: Die Idee entstand aus dem Bedürfnis heraus, eine Plattform zu schaffen, auf der Fachleute der Intensivpflege zusammenkommen können, um sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Das Brüderkrankenhaus Trier und das Klinikum Koblenz · Montabaur richten den diesjährigen Intensivpflegetag in Trier wieder gemeinsam aus. Der Kongress findet bereits zum 19. Mal statt. Durch die Zusammenarbeit innerhalb der Einrichtungen der BBT-Gruppe können wir unsere Ressourcen bündeln und den Teilnehmenden ein noch wertvolleres Erlebnis bieten. Die Teammitglieder aus der Intensivpflege investieren ihre Zeit für die Kongressorganisation neben ihrer regulären Arbeit.

Warum fiel die Entscheidung auf das diesjährige Kongressthema „Polytrauma Care 360°“?

Anna Gillen: Wir haben uns für das Thema „Polytrauma Care 360°“ entschieden, da die Versorgung von Polytrauma-Patienten eine der anspruchsvollsten Herausforderungen in der Intensivpflege darstellt. Das Besondere ist der ganzheitliche Ansatz, den wir im Kongress verfolgen. Wir wollen den Teilnehmenden anhand eines fiktiven Patientenbeispiels ein 360°-Verständnis für die Behandlung von Polytrauma-Patienten vermitteln. Es wird interprofessionell gearbeitet, ob im Notfallzentrum, auf der Intensivstation oder in der Rehabilitationsphase, überall wird für die bestmögliche Versorgung gemeinsamer Patienten Sorge getragen. Dies möchten wir deutlich machen und das „Wir-Gefühl“ aller am Versorgungsprozess Beteiligten stärken.

Was können Teilnehmende noch erwarten?

Anna Gillen: Der Kongress kombiniert theoretische Vorträge mit praktischen Workshops, in denen Pflegeexperten intensivmedizinische und pflegerische Maßnahmen direkt ausprobieren können. Dies wird in Zusammenarbeit mit Teilnehmenden der Fachweiterbildung für Intensivpflege und Pflege in der Anästhesie des Bildungsinstituts der Barmherzigen Brüder Trier möglich gemacht. Denn auch das macht Intensivpflege aus, sich stets weiterzubilden und sein Wissen zu teilen. Darüber hinaus bietet eine Industrieausstellung einen Überblick über die neuesten Entwicklungen und Technologien im Bereich der Intensivpflege.

Wie lief die Kongressorganisation neben der Arbeit auf Station?

Anna Gillen: Die Arbeit innerhalb des Kongressteams wurde so aufgeteilt, dass jeder seine spezifischen Stärken einbringen konnte, sei es in der Organisation, der Programmgestaltung oder der Koordination mit externen Referenten und Ausstellern. Die Teammitglieder aus der Intensivpflege investieren ihre Zeit neben der regulären Arbeit. Zum Kongressteam gehören zudem engagierte Mitarbeiter der medizinischen Abteilungen, des Bildungsinstituts der Barmherzigen Brüder Trier, der Pflegedirektion sowie verschiedener Verwaltungsbereiche des Krankenhauses. Es steckt viel Arbeit hinter der Planung eines solchen Kongresses. Begonnen haben wir bereits vor etwa einem Jahr.

Worauf freuen Sie sich am Kongresstag am meisten?

Anna Gillen: Ich freue mich auf den Austausch mit den Teilnehmenden und darauf, ihre Perspektiven und Erfahrungen kennenzulernen. Es ist immer inspirierend zu sehen, wie engagiert und motiviert die Kolleginnen und Kollegen sind und das in der aktuellen Situation im Gesundheitssystem, die von Personalmangel und hoher Arbeitsbelastung geprägt ist. Außerdem bin ich gespannt auf die interaktiven Workshops, weil sie eine großartige Gelegenheit bieten, neues Wissen direkt in die Praxis umzusetzen und von anderen zu lernen. Durch den Dialog mit Kollegen und Experten können die Pflegefachpersonen ihre Haltungen stärken und neue Perspektiven entwickeln, die letztlich zu einer Verbesserung der täglichen Pflegepraxis beitragen. Der Kongress schafft damit nicht nur Raum für Wissensvermittlung, sondern auch für eine tiefere Auseinandersetzung mit der eigenen beruflichen Rolle und den alltäglichen Herausforderungen in der Intensivpflege.

Jetzt noch zum 19. Mittelrhein-Mosel-Intensivpflegetag am 20. September 2024 von 7.30 bis 17.00 Uhr im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier anmelden:
www.eveeno.com/Fachpflegekongress