16.09.2025
Ganzjährige Ausbildungsstation im Brüderkrankenhaus gestartet
Pflegeschüler betreuen Patienten in Eigenregie

Ab jetzt haben Auszubildende am Brüderkrankenhaus eine ganz besondere Möglichkeit, denn die Klinik hat als erste in der Region eine ganzjährige Ausbildungsstation eingerichtet. Hier können die Schülerinnen und Schüler aus der generalistischen Pflegeausbildung sowie der Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflegehilfe das im Unterricht erworbene Wissen direkt anwenden – natürlich unter den wachsamen Augen der erfahrenen Praxisanleitenden.
„Das ist ein
wichtiger Meilenstein für uns“, so Pflegedirektor Jörg Mogendorf beim
Fototermin zur Eröffnung. „Mit der kontinuierlichen, ganzjährigen
Ausbildungsstation bieten wir unseren Auszubildenden im Pflegeberuf eine
ausgezeichnete praktische Ausbildung.“ Zuvor hatte die 5D als
Ausbildungsstation zwar schon seit Dezember 2023 bestanden, war aber lediglich
zu zwei Zeiträumen jedes Jahr als solche genutzt worden - nämlich jeweils
vierzehn Tage in der Zeit vor dem Pflegeexamen zur direkten
Prüfungsvorbereitung. Doch nun ist die Station ganzjährig in Benutzung. „Dies
ist möglich durch eine sehr gute Zusammenarbeit unserer hauptamtlichen
Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter, unserer Schule für Pflegefachberufe und
den Kolleginnen und Kollegen auf der Station, denen ich für ihr großes
Engagement in diesem Projekt herzlich danke“, fährt Mogendorf fort. In anderen
Kliniken gebe es zwar ähnliche Angebote, jedoch sei die Station im
Brüderkrankenhaus hinsichtlich ihrer Größe und personellen Rahmenbedingungen in
der Region einmalig. Aktuell umfasse die Station sieben Zimmer mit insgesamt 15
Betten, jedoch wolle man schon bald auf neun Zimmer vergrößern, verrät Pia
Fizaine, Teamleiterin der Zentralen Praxisanleitung, die dieses Projekt
initiiert und konzipiert hat.
Die angehenden
Fachkräfte arbeiten hier im Früh- und Tagdienst mindestens eine Woche lang,
bevor die nächste Gruppe kommt. „Es geht darum, einen Schutzraum für die
Auszubildenden zu bieten“, fährt Pia Fizaine fort. Zum Auftakt kamen fünf
Schülerinnen und Schüler auf der Station zum Einsatz, begleitet von ebenso
vielen Praxisanleitenden. So entstand bei 15 Patienten nahezu eine
Eins-zu-Eins-Betreuung. Die Praxisanleitenden übernehmen auch alle Tätigkeiten,
die examiniertem Personal vorbehalten sind, wie beispielsweise die Ausgabe von
Medikamenten. Die Patientinnen und Patienten stammen überwiegend aus der Neurochirurgie
sowie der Orthopädie und der Kieferchirurgie.
Auch die zwei
Auszubildenden Mohammad Alnader und Zyrene Macasling sind von dem Angebot
überzeugt. Beide befinden sich am Ende ihres ersten Ausbildungsjahrs in der
generalistischen Pflege und zählen zur Gruppe der ersten Auszubildenden, die im
Rahmen ihres einwöchigen Dienstes zum ersten Mal auf der Station 5D Erfahrungen
sammeln dürfen. Besonders „die Möglichkeit, sicher zu arbeiten“ schätzen sie.
„Das ist hier einfach ein geschützter Raum, in dem wir und die Patienten gut
betreut sind“, erzählt Mohammad Alnader. „Da die Praxisanleitenden immer dabei
sind, können keine Fehler passieren.“ Zyrene Macasling fügt hinzu: „Die
Patienten bekommen durch die hohe Personaldichte viel Aufmerksamkeit, deshalb
sind sie sehr zufrieden.“ Beschwert oder sich gar geweigert, von Auszubildenden
versorgt zu werden, so sagt sie, habe sich hier noch niemand. Vielmehr herrsche
auf der Ausbildungsstation ein angenehmes, entzerrtes Klima.
Pia Fizaine
erzählt, dass zukünftig neben Auszubildenden aus allen drei Lehrjahren auch
Personen aus dem außereuropäischen Ausland die Möglichkeit dazu haben sollen,
einen sechsmonatigen Freiwilligendienst auf Station 5D zu absolvieren, bevor
sie die dreijährige Pflegeausbildung antreten. Dies soll zur
Mitarbeitergewinnung beitragen, was langfristig auch gegen den Fachkräftemangel
in der Pflege wirken soll. Auch Auszubildende externer Kooperationspartner,
beispielsweise aus der Langzeitpflege, sollen auf Station 5D lernen. „Hier
bekommen die Schüler einen Einblick, der ihnen sonst einfach komplett fehlen
würde, sowie die Möglichkeit der Mitgestaltung von Arbeitsprozessen“, resümiert
die Praxisanleiterin.


