11.05.2026

Jubiläum des Patienten-Informationszentrums

20 Jahre PIZ

20 Jahre PIZ

20 Jahre PIZ – 20 Jahre „Wissen. Zeit. Zuwendung.“ Dieses Jubiläum feiert das Patienten-Informationszentrum am 21. Mai im Rahmen einer Fachtagung zum Thema „Innovative Wege in der Pflege“. Seit den Anfängen im November 2006 hat sich viel getan. Die Bedeutung des PIZ als Anlaufstelle im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier ist nach wie vor groß.

Das Patienten-Informationszentrum ist eine Informations- und Beratungsstelle direkt im Trierer Brüderkrankenhaus. Hier können sich Patienten, Angehörige und Interessierte zu allen möglichen Themen rund um Krankheitsbewältigung, Gesundheitsförderung, Pflege und Prävention beraten und schulen lassen. „Wir benutzen für diese Aktivitäten den Begriff Patientenedukation. Vieles dazu findet in der direkten Pflege-Praxis statt. Im PIZ haben wir aber die Möglichkeit, noch gezielter und strukturierter vorzugehen“, sagt Marion Stein, seit Sommer 2016 Leiterin des PIZ.

Ziel sei es, Gesundheitskompetenz zu vermitteln. Das bedeutet „die Patienten in die Lage zu versetzen, ihre Erkrankung zu verstehen, an Gesundheit mitzuwirken und Entscheidungen informiert zu treffen.“ Das PIZ bietet Patienten und ihren Bezugspersonen zudem die Möglichkeit, die individuelle Situation im persönlichen Gespräch zu erläutern – und dadurch gemeinsam Lösungen für den Alltag zu finden.

Besonders häufig seien Anfragen zur Pflege zuhause. Hierzu gebe es regelmäßig Kursangebote. Ein weiteres relevantes Thema sei der Umgang mit chronischen Erkrankungen, die für die Betroffenen massive Veränderungen im Alltag bedeuten können. Für sie ist neben der fachlichen Beratung der Austausch mit anderen Betroffenen äußerst wertvoll. Deswegen gibt es auch dafür Angebote, wie Marion Stein erläutert: „Wir unterstützen den Zugang zu Selbsthilfegruppen.“

Beim ebenfalls stark nachgefragten Thema Prävention steht die Frage im Vordergrund, wie sich das Fortschreiten von Erkrankungen verhindern lässt und wie man Komplikationen erkennen kann. Es gehe darum, Wissen zu vermitteln über die scheinbar kleinen Dinge, die aber Großes bewirken. So könne man beispielsweise zur Vorbeugung von Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßverengungen selbst viel beitragen. „Das fängt schon damit an, dass man angeleitet wird, wie man zuhause den Blutdruck richtig misst“, so Marion Stein.

Relevanz nach 20 Jahren immer noch hoch

In zwei Jahrzehnten hat sich natürlich einiges verändert: Das Wissen über Erkrankungen ist heute online massenhaft und überall verfügbar und das Gesundheitswesen wird zunehmend digitalisiert. Dennoch oder gerade deswegen ist das Patienten-Informationszentrum im Brüderkrankenhaus Trier immer noch eine wichtige Anlaufstelle.

Das zeigt sich besonders beim Kontakt mit den Patienten und Angehörigen: Das persönliche Gespräch wird weiterhin bevorzugt, die Online-Beratung dafür noch wenig genutzt. „Gerade ältere Menschen sind mit der Digitalisierung überfordert. Sie rufen lieber an oder kommen vorbei“, stellt Marion Stein fest.

Insgesamt hat das Trierer Patienten-Informationszentrum laut eigener statistischer Erhebung pro Jahr etwa 3.000 Kontakte zu verzeichnen, d. h. es sind pro Woche rund 60 Kontakte, die persönlich vor Ort, telefonisch oder per E-Mail zustande kommen. Sie reichen von kurzen Informationskontakten bis hin zu einstündigen Beratungsgesprächen, beispielsweise zum Thema Rauchen oder Patientenverfügung.

Einzigartig in Rheinland-Pfalz

Was sich in den vergangenen 20 Jahren jedoch nicht verändert hat: Das Patienten-Informationszentrum im Brüderkrankenhaus Trier ist nach wie vor das einzige seiner Art in Rheinland-Pfalz – selbst bundesweit existieren nur wenige vergleichbare Einrichtungen. Zwar gibt es auch in anderen Kliniken Aktivitäten zur Patientenedukation, doch sie erreichen nicht die Kontinuität und thematische Vielfalt, die ein fest etabliertes Patienten-Informationszentrum bietet.

Ein großer Pluspunkt ist der niedrigschwellige Zugang: Das Trierer PIZ ist an fünf Tagen in der Woche für alle Interessierten geöffnet. Es ist keine Überweisung notwendig und die Angebote sind alle kostenfrei nutzbar. Das bietet Menschen eine einfache Möglichkeit, mit Pflegefachpersonal direkt über ihre Anliegen zu sprechen.

Zudem wurden über die Jahre zu zahlreichen Themen Broschüren, Flyer und Handzettel erstellt. Sie dienen nicht nur als Informationsmaterial für die PIZ-Besucher, sondern werden auch an die Kollegen aus der Pflege weitergegeben, um sie in ihrer Beratungsarbeit zu unterstützen. Hier zeigt sich, wie eng das Patienten-Informationszentrum mit Pflegeexperten, Ärzten und den verschiedenen Abteilungen des Trierer Brüderkrankenhauses zusammenarbeitet – und wie gut sich das ergänzt. Eine Symbiose, die in erster Linie den Patienten zugutekommt.

Deswegen wünscht sich Marion Stein für die Zukunft des PIZ, dass die Information, Schulung und Beratung von Patienten und ihren Angehörigen weiterhin eine wichtige Rolle in der voranschreitenden Professionalisierung in der Pflege einnehmen.

Den Weg dazu ebnet die Fachtagung „Innovative Wege in der Pflege“, die am 21. Mai im Brüderkrankenhaus Trier stattfindet. Dort wird es insbesondere um die Themen Patientenedukation und den Einsatz von klinisch hochqualifizierten Pflegefachpersonen mit akademischem Abschluss gehen.

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