29.05.2026
Auch nach zwei Jahrzehnten noch einzigartig

Mit der Gründung des ersten und bis heute landesweit einzigen Patienten-Informationszentrums (PIZ) setzte das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier im Herbst 2006 in Rheinland-Pfalz Maßstäbe. Das Konzept ging auf, wie sich anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums erneut zeigte. Dieses feierte das PIZ am 21. Mai gemeinsam mit dem Netzwerk Patienten- und Familienedukation in der Pflege e. V. mit einer spannenden Fachtagung.
„Vor 20 Jahren wurde ein Fundament gegründet, das aus dem
Trierer Brüderkrankenhaus nicht mehr wegzudenken, aber auch nicht
selbstverständlich ist: das Patienten-Informationszentrum.” So beschrieb
Pflegedirektor Jörg Mogendorf, der die Veranstaltung eröffnete, die Rolle des
PIZ. Das vierköpfige Team, bestehend aus Gesundheits- und Krankenpflegerinnen
mit diversen zusätzlichen Abschlüssen oder Qualifikationen, gebe den Patienten
mit seiner Arbeit ein Stück Kontrolle und Selbstbestimmtheit zurück und sei „das
Gesicht und das Herz des PIZ“.
Die persönliche Zuwendung und Information werde trotz der
Digitalisierung nicht an Bedeutung verlieren, so Mogendorf weiter. In Bezug auf
Künstliche Intelligenz weiß PIZ-Leiterin Marion Stein: „Die KI kann viel, aber
sie kann nicht das Individuelle ersetzen.“ Wichtig sei eben nicht nur das
Wissen, sondern auch Zeit und Zuwendung – wie schon der Slogan „Wissen. Zeit.
Zuwendung.“ ausdrückt. Das PIZ bietet Patienten und ihren Bezugspersonen die
Möglichkeit, ihre Situation im persönlichen Gespräch zu erläutern – und dadurch
gemeinsam Lösungen für den Alltag zu finden.
Stein ging in ihrem Vortrag auf die Entstehung der
Patienten-Informationszentren in Deutschland nach amerikanischem Vorbild und
die Entwicklung des Konzepts ein. Auslöser war die damalige Ausgangslage: Den
Patienten wurde mehr Eigenverantwortung übermittelt und es gab einen großen
Bedarf an verlässlichen, schriftlichen Informationen aus unabhängigen Quellen.
Das erste deutsche Patienten-Informationszentrum wurde 1999
im Märkischen Klinikum in Lüdenscheid eröffnet. Die Gründung des PIZ im
Brüderkrankenhaus Trier erfolgte am 27. November 2006 – es ist nach wie vor das
einzige seiner Art in ganz Rheinland-Pfalz. Über die Jahre wurden zu vielen
verschiedenen Themen Patienteninformationen erarbeitet, um den
Informationsbedarf zu decken.
Die Aufgaben des Patienten-Informationszentrums umfassen ein
breites Spektrum: Sie reichen von A wie Aufklärung zum Krankheitsbild mit dem
Ziel, die Selbstwirksamkeit zu stärken, bis Z wie Zeigen von Hilfsmitteln und
deren Gebrauch. Es gehe beispielsweise in der Raucherberatung darum, Motivation
zu schaffen und Wege aufzuzeigen, da das Rauchen ein Risikofaktor für viele
Erkrankungen sei, den man selbst gut beeinflussen könne, so Marion Stein. Die
zahlreichen Informations- und Beratungsangebote stehen für Patienten,
Angehörige, Interessierte sowie Kollegen aus der Pflege kostenfrei zur
Verfügung.
Weitere Themen der Fachtagung, die unter dem Titel
„Innovative Wege in der Pflege: Patientenedukation und Advanced Nursing
Practice (ANP)“ stand, waren der Einsatz akademisch ausgebildeter
Pflegefachpersonen und die Patientenedukation – sprich Aktivitäten und Angebote
zur Krankheitsbewältigung, Gesundheitsförderung, Pflege und Prävention. Zum
Thema „Advanced Nursing Practice“ referierte Professorin Dr. Annegret Horbach,
Professorin für Klinische Pflegewissenschaft und -forschung an der Frankfurt
University of Applied Sciences. Praktische Einblicke in verschiedene Bereiche
der Pflege gaben David Mager, Marie-Claire Kumbier, Anna Gries, Jonas Theisen
und Kathrin Polotzek, allesamt Pflegefachpersonen des Trierer
Brüderkrankenhauses.
Das Patienten-Informationszentrum im Brüderkrankenhause ist
montags bis freitags von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet und
telefonisch unter 0651 208-1520 erreichbar sowie unter piz.bkt@bbtgruppe.de.




























