31.07.2026
Brüderkrankenhaus verzeichnet 1000. OP mit da Vinci-Operationssystem
Die robotische Chirurgie hat sich voll etabliert
Vor vier Jahren startete im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier die robotisch assistierte Chirurgie, nun wurde bereits der 1000. Patient mit dem da Vinci-Operationssystem behandelt. Die Chefärzte Privatdozent Dr. med. Fabian Bartsch (Allgemein- und Viszeralchirurgie) und Professor Dr. med. Andreas Neisius (Urologie und Kinderurologie) ziehen ein durchweg positives Fazit der bisherigen Erfahrungen und kündigen eine Ausweitung des Einsatzspektrums an. Der da Vinci des Brüderkrankenhauses kommt vor allem bei der Therapie von Prostata- sowie Darm- und Enddarmkrebs zum Einsatz.
Als im Sommer 2022 im Brüderkrankenhaus das
da Vinci-Operationssystem installiert wurde, waren die Erwartungen groß. So auch bei Professor Dr. med. Andreas
Neisius. Der Chefarzt der Abteilung für Urologie und Kinderurologie hatte
maßgeblichen Anteil an der Anschaffung des Roboters und in seiner früheren
Tätigkeit an der Uniklinik Mainz bereits Erfahrungen mit dem da Vinci sammeln
können. Heute sagt er: „Ich hatte zwar damit gerechnet, dass der Zuspruch
vonseiten der Patienten groß sein würde. Aber ich hatte nicht erwartet, dass
der Ansturm so groß sein könnte.“ So groß, dass vor wenigen Tagen bereits der
1000. Patient mit dem da Vinci des Brüderkrankenhauses operiert wurde.
„Die Robotik hat sich bei uns inzwischen voll
etabliert“, berichtet Privatdozent Dr. med. Fabian Bartsch, Chefarzt der
Allgemein- und Viszeralchirurgie, der wie Professor Neisius vor seinem Wechsel
ans Trierer Brüderkrankenhaus an der Universitätsmedizin Mainz wirkte. Beide
wissen um die Vorzüge der robotisch assistierten Chirurgie und deren Bedeutung
für die medizinische Versorgung der Region. Immer mehr Patientinnen und
Patienten fragten gezielt nach, ob sie mit dem da Vinci operiert werden können.
„Hier ist mir wichtig zu betonen, dass es bei jedem einzelnen Patienten eine
individuelle Entscheidung ist, ob wir robotisch assistiert operieren oder
andere Verfahren wie die Laparoskopie oder die offene Operation zum Einsatz
kommen“, so Privatdozent Dr. Bartsch.
Doch es gibt Diagnosen, da ist der da Vinci
heute Standard – zumindest im Brüderkrankenhaus. „Gerade bei der Entfernung der Prostata
aufgrund eines Prostatakarzinoms kommt das da Vinci-System vorrangig zum
Einsatz“, berichtet Professor Neisius. Diese OPs würden in seiner Abteilung
mittlerweile zu 95 Prozent robotisch assistiert durchgeführt, beziffert der
Urologe. „Nur noch bei absoluten
Kontraindikationen wie zum Beispiel nach multiplen Voroperationen im Bauchraum,
operieren wir noch offen“, ergänzt der Chefarzt.
Auch in der Behandlung von Nieren- und
Harnleitertumoren, aber auch bei rekonstruktiven Eingriffen wie
Nierenbeckenplastiken und Blasenhalsplastiken bei immer wiederkehrenden
Blasenhalsengen vertrauen Professor Neisius und sein Team auf die Unterstützung
durch den da Vinci. Eine Erkrankung, bei der man in der Urologie vom Einsatz
der Robotik absieht, ist die Zystektomie, sprich die Totalentfernung der Blase
bei invasivem Blasenkrebs mit Harnableitung. Diese führe man weiterhin offen
durch, da sich hier noch keine klaren Vorteile für den Einsatz des da Vinci
gezeigt hätten, so Professor Neisius.
In der Allgemein- und Viszeralchirurgie liegt
der Schwerpunkt in der operativen Behandlung von Darm- und Enddarmtumoren. Auch
die Entfernung von Lebertumoren – sowohl lebereigene als auch Metastasen –
sowie die Pankreasschwanzresektion bei gut- und bösartigen Erkrankungen der
Bauchspeicheldrüse sind inzwischen fest etabliert und gehören zum allgemein-
und viszeralchirurgischen Einsatzspektrum des da Vinci, erläutert Chefarzt
Privatdozent Dr. med. Fabian Bartsch. Er und sein Team wollen künftig auch Bauchwandhernien
und Magenkarzinome robotisch assistiert operieren. Ein wesentlicher Vorteil der
Robotik ist, dass sich das OP-Feld mehrfach vergrößert darstellen lässt und so
selbst kleinste und feinste Gewebestrukturen besser sichtbar werden, was für
den Operateur die Arbeit deutlich erleichtert.
Und was erwarten die beiden Chefärzte, deren
Teams in etwa die gleiche Anzahl an da Vinci-OPs verzeichnen und die auch im
Rahmen des Robotik-Zentrums Trier eng zusammenarbeiten, für die Zukunft? „Die
künftigen Roboter werden noch bessere Eigenschaften haben und beispielsweise
das Gefühl für das Gewebe rückkoppeln und somit eine Art haptisches Feedback
geben können“, blickt Professor Neisius voraus. Sein Kollege Privatdozent Dr.
Bartsch ist überzeugt, dass sich das Einsatzspektrum für den da Vinci weiter
verbreitern wird.


