13.08.2026

Operative Expertise trifft auf hochpräzise Robotik

Operative Expertise trifft auf hochpräzise Robotik

In der Orthopädie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier unterstützt nun ein neuartiges Robotiksystem die Operateure bei der Implantation von künstlichen Kniegelenken. Chefarzt Professor Dr. med. Martin Ellenrieder spricht von einem Meilenstein für die Patientenversorgung in der Region und berichtet von durchweg positiven Erfahrungen, die er und sein Team in den ersten Wochen mit dem System namens „ROSA“ sammeln konnten. Das Brüderkrankenhaus ist zertifiziertes Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung und einer der größten endoprothetischen Versorger in Rheinland-Pfalz.

Ob Gehen, Laufen, Schwimmen oder Radfahren – für nahezu jede Art alltäglicher oder sportlicher Fortbewegung benötigt der Mensch seine Kniegelenke. Entsprechend stark werden diese beansprucht, was auf lange Sicht zu schmerzhaftem Verschleiß und spürbaren Bewegungseinschränkungen führen kann. Für nicht wenige Betroffene führt dann an einem Gelenkersatz kein Weg mehr vorbei.

Im Trierer Brüderkrankenhauses ist man seit vielen Jahren auf den Einsatz von Endoprothesen für Knie und Hüfte spezialisiert. Mit mehr als 600 Implantationen sowie Wechsel- und Revisionsoperationen pro Jahr zählt die Abteilung für Orthopädie zu den größten endoprothetischen Versorgern in Rheinland-Pfalz und nimmt in der Region Trier nun einmal mehr eine Vorreiterrolle ein: mit dem Einsatz des „ROSA“. Das Kürzel steht für „Robotic Surgical Assistant“ und bezeichnet ein roboter- sowie computergestütztes System, welches den Operateuren seit wenigen Wochen assistiert.

„Das System unterstützt uns bei der möglichst optimalen Implantation einer Knie-Endoprothese“, erläutert Chefarzt Professor Dr. med. Martin Ellenrieder und ergänzt: „und das im Hinblick auf die Position des Implantats, die Bandspannung und die Korrektur der Beinachse. Denn diese Erfordernisse unterscheiden sich von Knie zu Knie und müssen höchst individuell gelöst werden“. Mit Unterstützung des Roboters werde „ein optimales Ergebnis hinsichtlich der Beweglichkeit und langfristigen Haltbarkeit des Gelenkersatzes erzielt“, berichtet der Mediziner weiter und betont: „Von der neuartigen Technologie profitieren unsere Patientinnen und Patienten, da das System das Behandlungsergebnis weiter optimieren hilft.“

Zugleich betont Professor Ellenrieder, der im April die Leitung der Orthopädie des Brüderkrankenhauses übernahm, dass der „ROSA“ seine und die Arbeit seines ärztlichen Teams nicht ersetzen soll oder kann: „Es braucht weiter die Expertise und Erfahrung unserer Operateure und des gesamten OP-Teams, und auf diese können sich die Patienten auch künftig verlassen.“

Welche Aufgaben übernimmt der „ROSA“ dann konkret im Operationssaal? Zunächst werden im OP die anatomischen Daten sowie die Bewegungs-Daten des Beins mithilfe eines Videosystems ermittelt. Mit diesen führt der Chirurg dann die intraoperative Planung für die Prothesenposition durch und kontrolliert das Ergebnis der einzelnen OP-Schritte anschließend in Echtzeit. Der Roboterarm des „ROSA“ trägt Führungshilfen für das Schneiden und Bohren. Diese Schablonen positioniert das System vor dem Kniegelenk so, dass der Operateur die Schnitte und Bohrungen exakt so durchführt, wie er sie digital geplant hat. Nachdem die Knochenschnitte vorgenommen wurden, ist die Position für das Implantat exakt und eindeutig festgelegt. „Alle anderen Aufgaben wie beispielsweise das Eröffnen und Verschließen der Wunde, die Präparation und das tatsächliche Sägen des Knochens und Einzementieren der Implantate führt der Chirurg selbst unverändert durch wie bisher“, unterstreicht Professor Ellenrieder.

Nach den ersten Wochen in Betrieb zieht der Chefarzt eine durchweg positive Zwischenbilanz: Alle bisherigen Eingriffe mit Unterstützung des „ROSA“ seien erfolgreich und komplikationslos verlaufen und die Patienten hätten schon nach kurzer Zeit vom Krankenhaus in die Reha wechseln können.

Auch Markus Leineweber, Direktor Unternehmenskultur und Vorsitzender des Direktoriums des Brüderkrankenhauses, zeigt sich nach der Startphase zufrieden: „Die Verwendung des ‚ROSA‘ war ein gut überlegter und wichtiger Schritt für unser Haus. Wir haben nun die Möglichkeit, den Patientinnen und Patienten eine Kombination aus langjähriger operativer Expertise und hochpräziser Roboterassistenz anzubieten.“

In der Orthopädie des Brüderkrankenhauses zählt die Knieendoprothetik seit vielen Jahren zu den Kernkompetenzen der Abteilung. Bereits 2013 wurde diese als eines der ersten Endoprothetikzentren der Maximalversorgung in Deutschland für die endoprothetische Versorgung von Hüft- und Kniegelenken zertifiziert.