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Erkrankungen des Enddarms
Symptome
Erkrankungen des Enddarms
Enddarm im Zentrum

Gefahr auf dem letzten Abschnitt

Erkrankungen des Enddarms sind relativ häufig und nicht selten bösartig

Enddarm im Zentrum_Referenten 2017

Auf gut fünf Meter Länge bringt es der Dünndarm, der Dickdarm misst rund 1,5 Meter. Gemessen daran nehmen sich die Dimensionen des Enddarms bescheiden aus: 15 bis 18 Zentimeter entfallen auf den Mastdarm, bevor dieser in den drei Zentimeter kurzen Analkanal mündet. Trotz geringer Größe bietet der Enddarm viel Angriffsfläche für Tumorerkrankungen oder Entzündungen wie den periproktitischen Abszess, erklärt Professor Dr. med. Detlef Ockert, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier.

Das Tückische: Einige typische Symptome können sowohl auf ungefährliche Beschwerden wie ein Hämorrhoidalleiden hindeuten als auch den entscheidenden Hinweis auf eine bösartige Erkrankung liefern. Bei Auffälligkeiten wie Schleim oder Blut im Stuhlgang sollte in jedem Fall der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser veranlasst im Zweifel eine Untersuchung durch einen niedergelassenen Gastroenterologen.

Der wesentliche Beitrag bei der Diagnose und Behandlung von Enddarmerkrankungen liege in der Vorsorge-Koloskopie sowie der endoskopischen Therapie kleiner Enddarm-Polypen, erläutert Dr. med. Michael Knoll. "Eine sehr wichtige Neuerung stellt hierbei die Möglichkeit der endoskopischen Vollwandresektion dar", berichtet der Leitende Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin I. Bei diesem Verfahren wird der Polyp aus der Schleimhaut herausgestanzt und die Darmwand sofort wieder komplett verschlossen. So wird sichergestellt, dass es im Nachgang nicht zu Undichtigkeiten kommt.

Dr. med. Knoll sieht in der Vorsorgekoloskopie den entscheidenden Grund für die spürbare Reduktion der Zahl der Darmkrebserkrankungen, die in den Altersgruppen ab 55 Jahren zu beobachten ist - jener Personengruppe, der eine regelmäßige Vorsorgekoloskopie durch einen niedergelassenen Facharzt angeboten wird. Doch noch immer zögern viele Menschen Untersuchungen ihres Enddarms hinaus - aus Scham oder Angst vor dem Ergebnis.

Blutungen und Schmerzen am Darmausgang sind häufige Symptome von Hämorrhoiden und Afterrissen. Allerdings kann auch ein bösartiger Tumor des Afters vorliegen. Bei diesen Beschwerden ist der Proktologe gefragt. Fachärzte wie Dr. med. Peter Werle, Oberarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, sind spezialisiert in der Diagnostik und Behandlung von Enddarmleiden. Wie bei allen Erkrankungen gilt: Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten.

Müssen Hämorrhoiden immer operiert werden?

Dr. med. Peter Werle, Oberarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie:

"Zunächst muss geklärt werden, ob die Beschwerden tatsächlich auf ein Hämorrhoidalleiden zurückzuführen sind. Oft werden verschiedene Beschwerden im Analbereich als Hämorrhoiden missverstanden, jedoch können sich verschiedene gutartige und auch bösartige Erkrankungen dahinter verbergen. Wichtig ist daher bei analen Beschwerden eine Untersuchung und Beratung beim Proktologen. Liegen tatsächlich Hämorrhoiden vor, so können diese bei rechtzeitiger Diagnose im frühen Stadium oft ambulant ohne Operation behandelt werden. Wird eine Operation bei fortgeschrittenem Stadium nötig, stehen heute schonende Verfahren zur Verfügung.”

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Enddarm im Zentrum

Falsche Scham kann fatale Folgen haben

Bei After und Enddarm kann ein Symptom auf unterschiedlichste Erkrankungen hindeuten

Kommt die Rede auf Beschwerden am After, scheint die Ursache rasch gefunden: "Ich habe Hämorrhoiden", heißt es dann. Plagte schon Eltern oder Großeltern eine Vergrößerung der abdichtenden Gefäßpolster des Enddarms, fühlen sich Betroffenen in ihrer Selbstdiagnose bestätigt. "Oft werden alle Beschwerden am After als Hämorrhoiden gedeutet", weiß Dr. med. Peter Werle. Der Oberarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier warnt: "Häufig verbirgt sich hinter ein- und demselben Symptom eine sehr unterschiedliche Erkrankung."

Der Proktologe will keine Panik verbreiten, doch rät er, bestimmte Symptome immer abklären zu lassen. Das gelte bei Bluten, Brennen und Jucken im Bereich des Afters ebenso wie bei Nässen oder Stuhlschmieren, Schwellungs- oder Vorfallgefühl. Oft liegen solcherart Auffälligkeiten Hämorrhoiden in unterschiedlichen Stadien zugrunde, doch können auch Krankheitsbilder wie Fisteln, Abszesse oder eine Analfissur dahinterstecken. Schlimmstenfalls liegt ein bösartiger Tumor des Enddarms oder Afters vor.

Letzteres ist sehr selten, in einer Stadt von der Größenordnung Triers wird diese Diagnose kaum mehr als zwei Mal im Jahr gestellt, beziffert Professor Dr. Detlef Ockert, Chefarzt der Abteilung für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie des Brüderkrankenhauses. Zum Vergleich: Darmkrebs tritt 50 Mal häufiger auf. Doch während hier die Erkrankungszahlen abnehmen, wird das Analkarzinom zunehmend häufiger diagnostiziert. Frühe Stadien verlaufen oft unbemerkt, als "Schuldigen" hat man das Humane Papillomavirus (HPV) ausgemacht. Löst dieses eine Zellwucherung aus, kommt es entweder zu gutartigen Veränderungen in Form von Anal- oder Genitalwarzen, oder zu einem bösartigen Karzinom.

Die Mediziner appellieren, bei Beschwerden im Bereich des Afters und Enddarms nicht aus falsch verstandener Scham den Gang zum Arzt zu scheuen. Das gilt etwa bei Blut im Stuhl: Dieses könnte einen ersten sichtbaren Hinweis auf einen Enddarmtumor liefern. Feststellen lässt sich das durch eine Spiegelung, sagt Dr. Michael Knoll, Leitender Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin I. Der Gastroenterologe rät eindringlich, die von niedergelassenen Fachärzten durchgeführte Vorsorge-Koloskopie wahrzunehmen, oder aber einen seit kurzem ebenfalls von den Kassen gezahlten immunologischen Stuhltest. In rund 80 Prozent der Fälle liegt einem Tumor ein Darmpolyp zugrunde. Da diese in aller Regel sehr langsam wachsen und sich erst binnen eines Jahrzehnts zu einem Tumor entwickeln, lasse sich das Übel bei der Wurzel packen und das Karzinom oft schon im Keim ersticken, noch bevor es zu einer bösartigen Zellwucherung gekommen ist.

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