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Häufig gestellte Fragen
“Frag den Professor”

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Patienten-CDs und Voraufnahmen

Sie haben Voraufnahmen auf Röntgenfilm oder auf Patienten-CDs/-DVD?

Kein Problem!
Bringen sie die Röntgenfilme und/oder Patienten-CDs mit ins Krankenhaus. Unser ärztliches Personal entscheidet, welche Aufnahmen für die Behandlung relevant sind. Diese Untersuchungen werden

  • bei Röntgenfilm, mit einem hochwertigen Rontgenfilmdigitalisieren eingescannt und stehen hier nach in unserem PACS (computerbasiertes Bildspeicher und -verteilsystem) im gesamten Krankenhaus in digitaler Form Ihren Ärzten zur Verfügung.
  • bei Patienten-CDs/-DVDs werden die Untersuchungsdaten in unser PACS (computerbasiertes Bildspeicher und -verteilsystem) eingespielt. Sie stehen hiernach im gesamten Krankenhaus in digitaler Form Ihren Ärzten zur Verfügung.

Sie wurden bei uns untersucht und benötigen die Aufnahmen zur Weiterbehandlung?

Kein Problem !
Wir brennen ihre Untersuchung auf CD. Natürlich mit der original Bildqualität (im medizinischen Bilddatenformat DICOM). Selbstverständlich ist ein Programm zur Bildbetrachtung auf der CD enthalten. Die CDs können von anderen klinischen und ärztliche Einrichtung leicht in ihr System übernommen werden. Auf diesen Weg können Mehrfachaufnahmen vermieden werden.

Wie gefährlich ist Röntgenstrahlung?

Bewertung der Strahlenbelastung am Beispiel der Lungenaufnahme

Bei jeder therapeutischen und diagnostischen Maßnahme müssen der Nutzen und das Risiko für den Patienten abgewogen werden. Bei nichtinvasiven diagnostischen Verfahren stellt die Gabe von jodhaltigem Kontrastmittel und die Anwendung von Röntgenstrahlen eine potentielle Gefährdung des Patienten dar. In der radiologischen Diagnostik wird daher unterschieden zwischen bildgebenden Methoden mit Röntgenstrahlung (Projektionsradiographie, Angiographie, Computertomographie) und ohne Röntgenstrahlung (Magnetresonanztomographie).

Die Wirkung ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper kann in stochastische und nichtstochastische Effekte unterteilt werden. Bei nichtstochastischen Wirkungen ist die Schädigung an eine Dosisschwelle (Beispiel: Hauterythem, Katarakt) gebunden. Der Schweregrad der Schädigung hängt von der Höhe der Dosis ab.
Bei stochastischen Wirkungen kann nach dem Zufallsprinzip die Schädigung auch bei kleinsten Dosiswerten auftreten. Von der Dosis ist in diesem Fall die Häufigkeit, jedoch nicht der Schweregrad (Beispiel: Mutation, Tumorinduktion) anhängig.

Ziel des Strahlenschutzes ist es, "nichtstochastische" Wirkungen zu verhindern und das Auftreten "stochastischer" Wirkungen auf ein annehmbares Maß zu begrenzen. Dies gilt sowohl für den Patienten als auch für die bei der Untersuchung anwesenden Personen. Die biologische Wirkung der Strahlung hängt von der Strahlenempfindlichkeit des Gewebes, von der Dosis, der Energie und dem Applikationszeitraum der Röntgenstrahlen ab. Die Strahlenempfindlichkeit der Gewebe und Organe ist sehr unterschiedlich. Niedrigdifferenzierte Gewebearten mit hoher Zellteilungsrate besitzen im Gegensatz zu hochdifferenzierten Gewebearten mit niedriger Zellteilungsrate eine hohe Strahlenempfindlichkeit. Beispiele für eine hohe Strahlenempfindlichkeit sind Knochenmark, Gonaden, Dünndarm; Beispiele für eine niedrige Strahlenempfindlichkeit Lunge, Niere, Leber, Muskeln.

Der Einsatz neuer Film/Folien-Kombinationen (Empfindlichkeitsklasse 400) hat in den letzten Jahren zu einer deutlichen Senkung der Strahlenexposition der Thoraxaufnahmen geführt. Da bei der digitalen Radiographie die Exposition ebenfalls entsprechend der Empfindlichkeitsklasse 400 durchgeführt werden kann, die Anzahl der Fehlbelichtungen aber geringer und zusätzliche Aufnahmen (z.B. Thorax/Mediastinum) häufig überflüssig sind, führt die neue Untersuchungstechnik zu einer weiteren Reduktion der Strahlenexposition.

Demgegenüber ist die Computertomographie mit einer höheren Strahlenexposition verbunden. Der Einsatz der Spiral-CT führt im Vergleich zur Standard-CT zu einer gleichen, in zahlreichen Fällen aber auch zu einer höheren Strahlenbelastung. Insbesondere bei dünnen Schichten, die für eine hochwertige dreidimensionale Bildrekonstruktion erforderlich sind, ist eine deutliche Dosissteigerung notwendig.

In Tab. 1.2. werden die Organdosen der Lunge und der Mamma in Milligray (mGy) bei Thoraxuntersuchungen unter verschiedenen Untersuchungsbedingungen dargestellt. Es zeigt sich, daß die Lungendosis bei der Thoraxaufnahme nur ungefähr 1/100 der jährlichen natürlichen Strahlenexposition entspricht, daß jedoch die Mammadosis bei der Computertomographie die Dosis der Mammographie um den Faktor 10 übersteigt.

Einerseits liefern die Thoraxaufnahme und die Computertomographie wichtige Informationen für eine Therapie, andererseits besteht bei niedrigen Dosiswerten die Wahrscheinlichkeit eines stochastisch-somatischen Spätschadens. Dieser Gegensatz erfordert vom untersuchenden Arzt vor der Durchführung einer Röntgenuntersuchung eine Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses unter Berücksichtigung der individuellen Patientensituation (Alter, Schwangerschaft usw.)

In einem Beitrag von Stender und Saure (1995) wird der Nutzen radiologischer Untersuchungen anhand der Auswirkungen auf die Klärung und Sicherheit des ärztlichen Urteils, des Beitrags zur Gesamtdiagnose und des Einflusses auf die Therapiewahl grob abgeschätzt. Danach wird der Schätzwert auf die Gesamtzahl der Röntgenuntersuchungen bezogen und in Prozenten als Nutzanteil dargestellt. Für die Risikoabschätzung wird bei niedrigen Strahlendosen eine Sterblichkeitswahrscheinlichkeit von 5 x 10¯² pro Sv (Sievert) für die Gesamtbevölkerung alters- und geschlechtsunabhängig angenommen. Aus diesen Werten wird das Krebssterberisiko abgeschätzt. Der Alterseinfluß, der mit zunehmendem Alter zu einer Risikominderung führt, im Alter unter 30 Jahren aber mit einer Erhöhung verbunden ist, wurde in den Berechnungen berücksichtigt.

In der Tab. 1.3 wird das Verhältnis des geschätzten Nutzens zum nominellen altersabhängigen Krebssterberisiko dargestellt. Die Tabelle zeigt, daß auch bei radiologischen Untersuchungen mit höherer Dosis der Nutzen allgemein das Risiko deutlich übersteigt. "Das Unterlassen einer indizierten Untersuchung kann wesentlich schwerwiegendere Behandlungsfolgen für den Patienten haben als das angenommene stochastische Risiko."

Die Minimierung des Risikos setzt eine strenge Indikation und die Wahl der geeigneten Untersuchungstechnik voraus. Bei Röntgenaufnahmen besteht über das Signal-Rausch-Verhältnis eine enge Beziehung zwischen der Dosis und der Bildqualität. Anzustreben ist es, mit der geringsten Dosis zur Diagnose zu kommen. Dies erfordert eine Bildqualität, die nicht so hoch wie möglich, sondern so hoch wie notwendig ist. Die digitale Radiographie bietet, bedingt durch ihren großen Dynamikbereich, gute Voraussetzungen für eine weitere Reduzierung der Strahlenexposition. Neue Techniken der Dosissteuerung bei der Computertomographie, die auf einer Dosisregelung in Abhängigkeit von dem jeweils durchstrahlten Volumen aufbauen, werden ebenfalls zu einer Dosisreduktion führen.

Tabelle 1.2

Organdosen der Lunge und der Mamma in mGy bei Thoraxuntersuchungen unter verschiedenen Untersuchungsbedingungen (nach Stender u. Saure)

Untersuchung Lunge (mGy) Mamma (mGy)
Thoraxaufnahme p.-a. (125 kV) 0,15 0,04
Thoraxaufnahme a.-p. (125 kV) 0,17 0,35
Thoraxaufnahme seitl. (125 kV) 0,2 0,3
Mammographie (D=4cm) 0,1 2,0
CT-Thorax 21,0 2,3
Natürliche Strahlenexposition pro Jahr 12,0 1,2

Tabelle 1.3

Verhältnis des geschätzten Nutzens zum nominellen altersabhängigen Krebssterberisiko (CPR 60) (nach Stender und Saure)

Region Nutzen in % Altersabhängiges Risiko x 10^6 Nutzen-Risiko-Verhältnis
Thorax 30 1,2 250.000
Abdomen 30 6 50.000
LWS 20 27 7.400
Harntrakt 25 36 7.000
Kolon 30 57 5.200
CT-Abdomen 50 280 1.800
CT-Thorax 40 240 1.700

Wie gefährlich ist jodhaltiges nichtionisches Röntgenkontrastmittel?

In der Röntgenabteilung des Brüderkrankenhauses werden ausschließlich moderne, niederosmolare, nichtionische Kontrastmittel eingesetzt. Im Vergleich zu ionischen Kontrastmitteln ist in das Kontrastmittelrisiko bei nichtionischen Kontrastmitteln etwa um einen Faktor 8-10 geringer. Die Art der Kontrastmittelrisiken bleibt unverändert, geringer wird nur die Häufigkeit.

Risikofaktoren bei jodierten Röntgenkontrastmitteln:

  • Art des Kontrastmittels (ionisch >> nichtionisch)
  • Frühere Röntgenkontrastmittel (RKM)-Reaktionen, Allergie, Asthma
  • Multimorbidität
  • Alter > 60 Jahre
  • Niereninsuffizienz: Kreatinin > 1,5 mg/100 ml
  • Dehydratation
  • Stoffwechselkrankheiten: Diabetes mellitus, Hyperthyreose
  • Paraproteinurie

Erhöhung des Risikos durch Vorerkrankungen/ Begleiterkrankungen

Risikoart Risikoerhöhung
Frühere RKM-Nebenwirkungen 4 - 10 fach
Asthma bronchiale 4 - 9 fach
Coronarerkrankung 3 - 7 fach
Allergie 2- 5 fach
Niereninsuffizienz 2- 5 fach
Diabetes mellitus 2- 4 fach
Ekzem 2 fach
Alter > 60 Jahre 2 fach

Anaphylaktoide - Allergische Nebenwirkungen der RKM

  1. Leichte Allgemeinreaktionen:
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Hitzegefühl
  • Urticaria (Hautrötung)

2.  Mittelschwere Reaktionen:

  • Starkes Erbrechen, Oberbauchschmerzen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Ausgedehnte Urticaria
  • "Schüttelfrost"
  • vorübergehender Blutdruckabfall

3. Schwere Reaktionen:
Störung der Vitalfunktionen des

  • kardiovasculären Systems
  • respiratorischen Systems
  • zentralen Nervensystems

4. Tod:
Häufigkeit der Nebenwirkungen bei nichtionischen niederosmolaren Kontrastmitteln

Leichte Reaktionen 1 : 30 bis 1 : 600
Schwere Reaktionen 1 : 1.700 bis 1 : 10 000
Tod 1 : 170 000 bis 1 : 2.000.000

Zeitliches Auftreten von RKM - Nebenwirkungen:

  • Innerhalb der ersten 15 Minuten: 29 %
  • Zwischen 25 Minuten und 72 Stunden: 71 %

Spätreaktionen (Exanthem, Oedem, Purpura, Schleimhautschwellung) erst nach wenigen Tagen möglich ! 

Kontrastmittelbedingte Nebenwirkungen an der Niere


Risikofaktoren:

  • Niereninsuffizienz mit Serum-Kreatininwerten > 1,5 mg/100 ml
  • Insulinpflichtiger, länger bestehender Diabetes mellitus
  • Kombination von Diabetes und Niereninsuffizienz
  • Kardiale Insuffizienz
  • Dehydratation
  • Paraproteinurie (Plasmozytom)

Bei nierengesunden ambulanten Patienten wird in 0,6 %, bei hospitalisierten nierengesunden in 4 % eine KM-induzierte Nierenfunktionsstörung ausgelöst.
Bei diabetischer Nephropathie wird in 70 %, bei vorbestehender Nierenerkrankung in 22 % eine akute Niereninsuffizienz ausgelöst. Das Maximum der eingeschränkten Nierenfunktion wird nach 4 -7 Tagen erreicht (Kreatinin), gefolgt von einer langsamen Reparationsphase über 1-4 Wochen mit Abfall des Serumkreatinins.
Die Nierenschädigung ist eine dosisabhängige Nebenwirkung !
Maximaldosis = 5 ml / kg KG / Serumkreatinin (mg/100 ml)
Plasmozytom Bei normaler Dosierung eines nichtionischen niederosmolaren Röntgenkontrastmittels und nicht eingeschränkter Nierenfunktion, fehlender Bence Jones - Proteinurie und ausreichender Hydratation ist keine Risikoerhöhung zu erwarten. Bei Paraproteinurie reichliche Hydratation !!!

Einfluß auf die Schilddrüsenfunktion


Geringe Mengen freies Jodid können eine Hyperthyreose oder eine thyreotoxische Krise auslösen.

Das allgemeine Risiko einer thyreotoxischen Krise beträgt 1 : 50 000

Risikofaktoren:

  • Knotenstruma
  • Hyperthyreose
  • Suspekte Anamnese

Bei der Knotenstruma besteht die Gefahr der Dekompensation eines autonomen Adenoms oder einer diffusen Autonomie; die Gefahr der Entstehung einer schweren Hyperthyreose ist insgesamt allerdings geringer als bei einem Morbus Basedow.
In den o.g. Fällen sollte zunächst nur eine Nativröntgenuntersuchung durchgeführt werden bis zum Vorliegen der Ergebnisse der Schilddrüsenfunktionsdiagnostik. Nach der Gabe von jodierten KM ist die Schilddrüse für Wochen bis Monate sowohl für die Schilddrüsendiagnostik als auch für eine evtl. erforderliche Radiojodtherapie blockiert.

Prophylaktische Blockierung:
(falls in Ausnahmefällen trotz vorhandener Risikofaktoren eine Untersuchung mit jodhaltigem RKM unumgänglich ist):

  • Perchlorat (Irenat) 2- 3 g täglich unmittelbar vor bis 2-3 Wochen nach KM-Gaben
  • Carbimazol oder Thiamazol (Favistan)

Praemedikation bei Risikopatienten:

  • Ausreichende Hydrierung
  • Ggf. Blockierung der Schilddrüse
  • Antihistaminika (H1- und H2-Rezeptorblocker) mindestens 10 min vor der KM-Gabe. Die Prophylaxe mit H1 und H2-Blockern führt bei Risikopatienten (Allergieanamnese, Herz-Lungen-Erkrankungen) zu einer deutlichen Verminderung der Häufigkeit der Nebenwirkungen.
  • Kortikosteroide: Dexamethason (Fortecortin) 8-12 mg 12 Stunden und 2 Stunden vor KM-Gabe oral (ggf. 30 min vorher i.v.)
  • Evt. Midazolam (Dormicum) 1-5 mg i.v. (zentralnervöse Dämpfung, Reduzierung der Bereitschaft zu KM-Nebenwirkungen).

Bei der Überweisung zur Kontrastmitteluntersuchung in die Radiologie muß unbedingt auf Risikofaktoren (z,B. Allergie, Einschränkung der Nierenfunktion, Hyperthyreose ) hingewiesen werden !!! 

 

Intervention beim Prostatakarzinom

Prof. Dr. med. Winfried A. Willinek, Chefarzt des Zentrums für Radiologie, Neuroradiologie, Sonographie und Nuklearmedizin, beantwortet für das Online-Portal "Frag-den-Professor.de" die wichtigsten Fragen zur Intervention beim Prostatakarzinom.

Dabei werden im Rahmen kurzer Video-Botschaften nachfolgende Themen aufgegriffen:

  • Wie wird das Prostatakarzinom sicher diagnostiziert?
  • Welche Aussagen zum Prostatakarzinom kann der Radiologe machen?
  • Welche Formen der Prostata-Biopsie / Punktion gibt es?
  • Welche Vorteile hat die MRT-Untersuchung gegenüber dem Ultraschall?
  • Welche Unterlagen sollte der Patient zur Biopsie mitbringen?
  • Wie lange dauert eine MRT-gestützte Prostata-Biopsie?
  • Kann ich nach der MRT-gestützten Biopsie nach Hause / arbeiten gehen?
  • Wann liegen die Ergebnisse der MRT-Untersuchung / Biopsie vor?
  • Welche Antwort ist für Ihre Patienten überraschend?

Hier finden Sie die Video-Beiträge:

Frag-den-Professor.de - Profil Prof. Dr. med. Winfried A. Willinek

 
 
 
 
 
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