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Nichts dem Zufall überlassen

Dr. med. Simon Meinardus und Dr. med. Christian Kaes

Ein kleiner Rundherd im Röntgenbild, kaum drei Zentimeter Durchmesser, brachte alles ins Rollen. Die winzige Verschattung war ein Zufallsbefund, zutage gefördert bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax), mit dem mögliche Folgen eines Unfalls hatten abgeklärt werden sollen. Auch wenn der Schock ob der unerwarteten Diagnose groß war – dass der Tumor zu einem so frühen Zeitpunkt entdeckt wurde, machte eine Heilung überhaupt erst möglich, berichtet Dr. med. Christian Kaes, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin IV und Leiter des Lungenkrebszentrums Trier im Brüderkrankenhaus.

Bei rund 70 Prozent der Betroffenen wird das Bronchialkarzinom hingegen meist erst in einem Stadium diagnostiziert, in dem eine kurative Behandlung nur noch wenig Erfolg verspricht, erklärt der stellvertretende Zentrumsleiter, der Herz- und Thoraxchirurg Dr. med. Simon Meinardus. Denn der Lungenkrebs entwickelt sich schleichend und zeigt erst sehr spät erste Symptome. Unstrittig ist: Besonders gefährdet sind Raucher. So lassen sich rund 90 Prozent aller Lungenkarzinome auf Tabakrauch zurückzuführen. Mit ca. 45.000 Todesfällen im Jahr bildet der Tumor nach wie vor die häufigste Krebstodesursache bei Männern und die zweithäufigste bei Frauen; und letztere holen auf bei den Erkrankungszahlen, beobachten Experten seit Jahren.

Entscheidend für Überleben und Lebensqualität der Patienten sind eine optimale Diagnostik und Behandlung in einem spezialisierten Zentrum. Mit seinem von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierten Lungenkrebszentrum verfügt das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier über die einzige Einrichtung dieser Art in der gesamten Region. Hier werden Expertise und Erfahrung so gebündelt, dass jeder Patient eine auf seine individuelle Situation zugeschnittene und ganzheitliche Therapie erhält und nichts dem Zufall überlassen bleibt. Das seit 2012 zertifizierte Lungenkrebszentrum ist eines der fünf Organzentren des Onkologischen Zentrums im Brüderkrankenhaus. Es besteht eine intensive Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Fachärzten und Allgemeinmedizinern, so das abgestimmt eine wohnortnahe Behandlung stattfinden kann.

Tumorkonferenz bündelt Expertenwissen

Für Dr. Kaes besteht der wesentliche Vorteil des Zentrums in der über Abteilungsgrenzen hinweg koordinierten Untersuchung und Therapie der Patienten. Jährlich stellen er und sein Team etwa 240 Erstdiagnosen. „Wer mit einem noch nicht diagnostizierten Tumor zu uns kommt, erhält binnen zwei bis drei Tagen vom Lungenfunktionstest über einen Ultraschall von Bauch und Lymphknoten bis hin zum MRT des Kopfes sowie einer Bronchoskopie sämtliche diagnostischen Leistungen“, erklärt der Zentrumsleiter. Ambulant durchlaufen die Patienten zudem ein PET-CT. Einmal wöchentlich werden die Befunde in einer Tumorkonferenz besprochen, an der neben Pneumologen auch Fachärzte der Hämatoonkologie, Thoraxchirurgie, Strahlentherapie und Pathologie teilnehmen. Gemeinsam beraten diese, welcher Behandlungspfad am meisten Erfolg verspricht und eingeschlagen wird.

Wobei „Erfolg“ nicht immer „Heilung“ meint. Ist eine kurative Therapie nicht mehr möglich, weil der Krebs zu weit fortgeschritten ist, stehen palliative Behandlungsmethoden wie etwa eine wirksame Schmerztherapie zur Verfügung. „Wichtig ist: Wir können für den Patienten in jedem Stadium noch etwas tun, das ihm hilft“, betont Dr. Kaes.

Helfen würde auch, wenn mehr Patienten als bisher bereits in einem frühen Stadium diagnostiziert würden. Dafür sei es wichtig, möglichst alle Röntgenaufnahmen der Lunge, auf denen Verschattungen zu sehen sind, von Lungenkrebsspezialisten beurteilen zu lassen, raten Dr. Meinardus und Dr. Kaes und appellieren an Raucher: Der beste Weg, um sein individuelles Erkrankungsrisiko für Lungenkrebs spürbar zu senken, ist der Verzicht auf den Konsum von Tabakprodukten.

Selbsthilfegruppe

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Gesprächsgruppe Lungenkrebserkrankte Trier

Das Beratungszentrum der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e.V. bietet in seinen Räumlichkeiten in Trier eine Gesprächsgruppe unter Anleitung einer Psychoonkologin an.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Terminen:
https://www.krebsgesellschaft-rlp.de/

Um eine vorherige Anmeldung unter folgender Nummer wird gebeten: 
Informations- und Beratungszentrum Trier, Tel. 0651 405 51

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